Chemiebranche
Lanxess übertrifft Erwartungen

Der Spezialchemiekonzern Lanxess profitiert von China und dem eingeschlagenen Sparkurs. Das operative Ergebnis fiel deutlich besser aus als erwartet. Allerdings musste das Unternehmen einen kräftigen Umsatzeinbruch hinnehmen.
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HB LEVERKUSEN. Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat nach einem unerwartet robusten dritten Quartal die bisher vage Prognose für den operativen Gewinn im Gesamtjahr präzisiert. Wegen der Wirtschaftskrise sei ein deutlicher Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen auf 400 bis 420 Mio. Euro zu erwarten, teilte der MDax -Konzern am Donnerstag in Leverkusen mit.

Im Vorjahr hatte der Konzern hier noch 721 Mio. Euro verdient. Die Entwicklung der Weltwirtschaft bleibe trotz der zuletzt positiven Tendenzen „herausfordernd“, weil das Tempo der regionalen Erholung unterschiedlich ausfalle.

Für das vierte Quartal 2009 werde für die verschiedenen Abnehmerbranchen mit typischen saisonalen Abschwächungseffekten gerechnet. Zudem könnte das Schlussquartal durch vorgezogene Käufe belastet werden. Unterstützung bekommt Lanxess durch sein Sparprogramm sowie das anhaltende Wachstum Asiens, insbesondere Chinas. Die Sparmaßnahmen konnten bisher schneller als erwartet umgesetzt werden. Dies macht sich auch im dritten Quartal bemerkbar.

Erste Händlerstimmen lobten den Quartalsbericht und den präzisierten Ausblick. Allerdings könnte der schwache Ausblick auf das vierte Quartal in einer zweiten Reaktion etwas belasten, hieß es. Die Aktien waren vorbörslich gleichwohl gefragt und legten um rund 3,3 Prozent zu.

Der Konzern bremste im dritten Quartal den krisenbedingten Abwärtstrend deutlich. Dabei profitierten die Leverkusener von der von China ausgehenden Konjunkturerholung und schneller umgesetzten Sparmaßnahmen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 143 Mio. Euro nach 192 Mio. im Vorjahr. Lanxess hatte sich zum Ziel gesetzt, das Ergebnisniveau des zweiten Quartals von 112 Mio. zu halten. Analysten hatten mit 118 Mio. für das dritte Quartal gerechnet.

Der Umsatz fiel im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 1,37 Mrd. Euro. Im Vergleich zum zweiten Quartal ergab sich aber ein Plus von elf Prozent. Unterm Strich stand ein Gewinn von 23 (VJ 56) Millionen. Zum Vorquartal ergibt sich hier ein Plus von 35 Prozent. Der Konzern übertraf die Erwartungen damit deutlich.

China war der treibende Faktor: Im Raum Asien/Pazifik wuchs der Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um elf Prozent auf 338 Mio. Euro und stieg zum Vorjahr um sieben Prozent. Darüber hinaus profitierte der Konzern bei seinen Kautschuk- und Kunststoff-Aktivitäten (Performance Polymers) von einer unerwartet starken Nachfrage nach Winterreifen im September und vorgezogener Bestellungen im Vorfeld angekündigter Preiserhöhungen.

Im Vergleich zum Vorquartal ergab sich in diesem Geschäftsfeld ein Umsatzplus von 17 Prozent auf 656 Mio. Euro. Das operative Ergebnis kletterte zum Vorquartal um 46 Prozent auf 76 Mio. Euro. Im Jahresvergleich ergeben sich allerdings nach wie vor scharfe Rückgange von 30 und 40 Prozent.

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