Chemiebranche
Lyondell-Basell treibt Insolvenzverfahren voran

Gegen den Widerstand mehrerer Gläubiger hat der weitgehend insolvente Chemiekonzern Lyondell-Basell zwei wichtige Hürden für eine Reorganisation unter Chapter 11 der amerikanischen Konkursordnung genommen.

FRANKFURT. So gab das zuständige Konkursgericht in New York gab am Freitag die endgültige Genehmigung für die geplante Finanzierung des Insolvenz-Verfahren. Das so genannte debtor-in-possession"-Darlehen (DIP) hat einen Umfang von insgesamt rund acht Mrd. Dollar und ist damit das größte Darlehen dieser Art in der Geschichte der US-Industrie.

Zum anderen gewährte das Gericht der Konzernobergesellschaft Lyondellbasell Industries AF (LBIAF) für 60 Tage Schutz vor Gläubiger-Ansprüchen. Diese Frist soll der in Luxemburg registrierten LBIAF Zeit geben, um eine freiwillige Insolvenz vorzubereiten.

Die mit rund 24 Mrd. Dollar verschuldete Lyondell-Basell-Gruppe hatte Anfang des Jahres für ihre gesamten US-Aktivitäten Insolvenzantrag gestellt. Seine operativen Gesellschaften in Europa, darunter die Basell Polyolefine GmbH in Wesseling bei Köln, will der Kunststoffhersteller dagegen regulär weiterführen. Er sieht sich in dieser Strategie durch die jüngsten Gerichtsentscheidungen bestätigt.

"Die Mittel (aus der Insolvenz-Finanzierung) sichern den ungestörten Weiterbetrieb unseres operativen Geschäfts weltweit", sagte Firmenchef Volker Trautz. Für die nicht-amerikanischen Aktivitäten stehen durch die nun komplett genehmigte DIP-Finanzierung weitere 260 Mio Dollar zur Verfügung. Allerdings wird Lyondell-Basell neben der Zwischenholding Basell Germany Holding nun wohl auch die Konzernobergesellschaft LBIAF in die Insolvenz schicken müssen.

An der DIP-Finanzierung sind rund ein Dutzend Banken und Hedge-Fonds beteiligt, darunter auch bisherige Gläubiger des Konzerns. Die Darlehen haben eine ungewöhnlich kurze Laufzeit von nur einem Jahr. Lyondell-Basell muss sich mit den Banken daher bis Ende 2009 auf einen Plan zur Reorganisation einigen und zahlt für das DIP-Kredite Zinsen von bis zu 20 Prozent. Unbesicherte Gläubiger, die nicht an der Insolvenz-Finanzierung beteiligt sind, dürften ihre Ansprüche gegen den Chemiekonzern weitgehend verlieren.

Etliche große Banken, die 2007 die 19 Mrd. Dollar teure Übernahme von Lyondell durch Basell finanzierten, darunter Citigroup, Goldman Sachs, UBS, Merrill Lynch und ABN mussten in den vergangenen Monaten bereits umfangreiche Abschreibungen auf ihr Engagement bei dem Chemiekonzern verkraften. Anleihen der Konzernobergesellschaft LBIAF notierten zuletzt bei deutlich weniger als zehn Prozent ihres Nennwerts.

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