Chemiebranche
US-Konzerne stürzen in die Verlustzone

Mit tiefroten Quartalszahlen belegen die Branchenriesen Dow Chemical und Celanese die Probleme der Chemiebranche. Die schwache Nachfrage könnte mehrere Quartale anhalten und für weitere Verluste sorgen. Einziger Lichtblick sind die sinkenden Rohstoffpreise.

FRANKFURT. Die amerikanische Chemiebranche ist im vierten Quartal offenbar auf breiter Front in die Verlustzone abgedriftet und kämpft mit größeren Problemen als erwartet. Das bestätigten gestern die Quartalszahlen des Branchenzweiten Dow Chemical und der früheren Hoechst-Tochter Celanese.

Beide Konzerne weisen tiefrote Zahlen für das vierte Quartal und für das Gesamtjahr einen deutlichen Gewinnrückgang aus – und liefern damit schwache Vorgaben für die Quartalssaison der europäischen Chemiebranche.

Dow Chemical überraschte mit einem Nettoverlust von gut 1,5 Mrd. Dollar im vierten Quartal. Der Konzern schnitt damit deutlich schlechter ab als von vielen Analysten erwartet, was der Aktie gestern allerdings keine weiteren Einbußen bescherte. Etwa zwei Drittel des Verlusts resultiert aus Sondereffekten wie den Rückstellungen für ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm, mit dem der US-Konzern bereits im Dezember auf den drastischen Verfall der Nachfrage reagierte.

Ähnlich wie zuvor bereits die Quartalsergebnisse von Branchenvertretern wie Sabic und Dupont reflektieren auch die Zahlen von Dow einen extrem steilen Absturz der Chemiekonjunktur. So sank der Umsatz des Konzerns im vierten Quartal um fast ein Viertel auf 10,9 Mrd. Dollar, bedingt vor allem durch einen 17-prozentigen Absatzrückgang. Die Auslastung der Anlagen lag nach Angaben des Unternehmens im Quartal bei durchschnittlich nur 64 Prozent, im Dezember sogar bei lediglich 44 Prozent, das heißt auf einem extrem niedrigen Niveau für die Chemiebranche. Die Geschäfte bei Dow laufen damit offenbar noch schlechter als etwa bei BASF, die vor kurzem über eine Auslastung von weniger als 75 Prozent berichtete.

Der Grund dafür dürfte die relative Stärke des US-Konzerns bei den petrochemischen Basisprodukten sein, die besonders stark von dem Einbruch getroffen werden. Den hochverschuldeten Konkurrenten Lyondell-Basell zwang diese Entwicklung Ende des vergangenen Jahres, mit seinen US-Gesellschaften unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 zu flüchten.

Bei Dow ist das kein Thema. Allerdings vermittelte Konzernchef Andrew Liveris gestern wenig Hoffnung auf eine schnelle Trendwende. „Wir gehen davon aus, dass die schwache Nachfrage mehrere Quartal und möglicherweise darüber hinaus anhält“, zitiert die Agentur Bloomberg den Manager. Vor allem für Basischemikalien müsse man mit einem „schrecklichen“ Jahr 2009 rechnen.

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