Chemiebranche
Wacker Chemie trotz Dollarschwäche optimistisch

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie rechnet trotz zunehmender Sorge um Dollar-Kurs und Rohstoffpreise im laufenden Jahr mit weiteren Zuwächsen. Wegen der anhaltend hohen Nachfrage nach Silizium von der Solar- und Halbleiterindustrie "sieht der Konzern gute Chancen, im Jahr 2008 den Umsatz um deutlich mehr als zehn Prozent zu steigern", teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

HB MÜNCHEN. Auch der operative Gewinn (Ebitda) werde weiter zunehmen nach zuletzt gut einer Milliarde Euro. Konkreter wollte Firmenchef Peter-Alexander Wacker der Risiken durch Dollarverfall und Energie- und Rohstoffpreise nicht werden.

Der Zuwachs des Jahresüberschusses um gut ein Drittel auf 422 Mill. Euro im vergangenen Jahr zahlt sich für die Wacker-Aktionäre aus. Das Unternehmen stockt seine Dividende auf drei Euro von 2,50 Euro je Anteilsschein auf. Das gab auch den im MDax gelisteten Wacker-Aktie Auftrieb: Sie legten am Dienstag fast neun Prozent auf 124,97 Euro zu. Auch die Mitarbeiter profitieren von dem Gewinnplus. Je nach Konzernsegment zahle Wacker jedem Beschäftigten zwischen zehn und 15 Prozent eines Jahresgehalts als Erfolgsprämie, sagte der designierte Vorstandschef Rudolf Staudigl.

Der vor allem auf Silizium, Siliziumscheiben (Wafer) und Silikon spezialisierte Konzern trotzte zwar im vergangenen Jahr dem Verfall des Dollars, dessen Abwertung hinterließ dennoch Spuren. "Der starke Euro hat uns 84 Mill. Euro im Ergebnis gekostet", sagte Wacker. Trotz Absicherungsmechanismen laste jeder Cent Dollar-Abwertung mit rund sieben Mill. Euro auf dem Gewinn von Wacker Chemie. Unmittelbar spürt Wacker von Finanzkrise noch nichts. "Wir sind sehr, sehr gut ins Jahr 2008 gestartet. Unsere Abnehmerindustrien erweisen sich als sehr robust", sagte Wacker.

Vor allem die Solar- und die Halbleiterindustrie reißen dem Unternehmen hochreines Silizium förmlich aus der Hand. Die Produktionsmenge sei auf Jahre hinaus bereits zu 80 Prozent verkauft. Die Aufträge erstreckten sich teilweise bis ins Jahr 2018. Auf ein Überangebot von Polysilizium in absehbarer Zukunft deute nichts hin. "Wir könnten mehr verkaufen, wenn wir mehr hätten." Bis 2010 will der weltweit zweitgrößte Hersteller von Polysilizium seine Jahresproduktion auf über 22 000 Tonnen mehr als verdoppeln.

Das Traditionsunternehmen kündigte außerdem an, im laufenden Jahr rund eine Milliarde Euro in den laufenden Ausbau seiner Produktionskapazitäten sowohl in Deutschland als auch im Fernen Osten stecken zu wollen. "Unsere Expansionsprojekte, mit denen wir die anhaltend hohe Nachfrage unserer Kunden begleiten, haben im vergangenen Jahr große Fortschritte gemacht", erklärte der scheidende Firmenchef Wacker. Er wechselt Anfang Mai an die Spitze des Aufsichtsrats.

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