Chemiekonzern auf Expansionskurs
BASF baut eine neue Großanlage in China

Asien ist wichtig für viele europäische Großkonzerne, da die heimischen Märkte für Industrie- und Konsumgüter gesättigt sind. BASF versucht, die Region für sich zu erobern. Ein neues Großwerk in China soll dabei helfen.
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FrankfurtBASF setzt mit einer neuen Großanlage auf eine steigende Kunststoff-Nachfrage in China. Zusammen mit dem US-Konzern Huntsman und drei chinesischen Partnern baue der weltgrößte Chemiekonzern in Shanghai ein neues Werk für das Kunststoff-Vorprodukt MDI, aus dem Polyurethan-Hartschäume hergestellt werden, teilte BASF am Dienstag mit. Die Investitionssumme liegt laut einer Sprecherin im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Polyurethan-Hartschäume werden zur Kälte- und Wärmedämmung, in Kühlschränken und anderen Haushaltsgeräten sowie für die Lagerung von Lebensmitteln eingesetzt. Zudem planen die Unternehmen für eine ähnliche Investitionssumme am selben Standort eine Anlage, die Chlor herstellen soll - ein wichtiges Vorprodukt von MDI. Beide Produktionen sollen 2017 an den Start gehen.

„BASF investiert weiter in die wichtige Wachstumsregion Asien-Pazifik, mit besonderem Fokus auf den chinesischen Markt“, erklärte Asien-Vorstand Martin Brudermüller. Der Chemieriese hat bereits Milliarden in den Ausbau seiner Geschäfte im Reich der Mitte gesteckt. Mit ihrem neuen MDI-Werk können BASF und ihre Partner an dem Standort die Produktion auf 480.000 Tonnen MDI im Jahr verdoppeln. Die chinesischen Behörden müssen die Pläne noch genehmigen. Die MDI-Produktion in Shanghai gehört zur Gemeinschaftsfirma Shanghai Lianheng Isocyanate (SLIC), an der BASF und Huntsman je 35 Prozent halten. SLIC wurde laut Sinopec, einem der chinesischen Partner, 2003 gegründet. Die Produktion startete im Jahr 2006.

BASF

Operatives Geschäft 1. Quartal 2014

vom 3. Quartal 2011 bis zum 3. Quartal 2012


BASF hat sich zum Ziel gesetzt, 75 Prozent aller seiner in der Region Asien/Pazifik verkauften Chemieprodukte auch dort zu produzieren. Zuletzt waren es rund 60 Prozent. BASF strebt im Jahr 2020 einen Asien-Umsatz von rund 25 Milliarden Euro an, 2013 erlöste der Ludwigshafener Konzern mit Kunden aus der Region 12,45 Milliarden Euro. BASF rechnet damit, dass die Nachfrage nach dem Hartschaum-Vorprodukt MDI in China um rund zehn Prozent pro Jahr zunimmt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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