Chemiekonzern
BASF leidet mit dem Rest der Branche

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat BASF weiterhin fest im Griff. Der weltgrößten Chemiekonzern musste im zweiten Quartal einen spürbaren Gewinnrückgang hinnehmen. Die Zahlen lagen allerdings ziemlich genau im Rahmen der Erwartungen. Ähnlich durchwachsen sind die Zahlen der Konkurrenten Dow Chemical, Wacker Chemie und Clariant.

FRANKFURT. Die Marktführer BASF und Dow Chemical haben Hoffnungen auf eine Trendwende in der Chemieindustrie eine Absage erteilt. „Unsere Erwartungen für das zweite Halbjahr sind grundsätzlich nicht besser als für das erste Halbjahr“, sagte BASF-Finanzvorstand Kurt Bock. Ein nachhaltiger Aufschwung sei nicht in Sicht und es bestehe nach wie vor die Gefahr eines erneuten schmerzhaften Rückschlags durch Überkapazitäten, Insolvenzen und die wachsende Arbeitslosigkeit. Dow Chemical äußerte sich ähnlich: Man sehe keine Verbesserung der Marktbedingungen für den Rest des Jahres, hieß es bei dem US-Konzern.

Anders als Konkurrenten wie Bayer oder Dupont, die ihre bisherigen Prognosen für 2009 jüngst bekräftigten, hat BASF heute den Ausblick eher nach unten korrigiert. Das Ziel, die Kapitalkosten zu verdienen, werde man voraussichtlich nicht mehr erreichen, teilte der Konzern mit. Die Aktionäre des Unternehmens müssen sich damit auf eine Dividendenkürzung einstellen.

Nach Einschätzung von Fachleuten müsste der Konzern operativ mindestens 3,7 Mrd. Euro verdienen, um die Kapitalkosten zu decken. Viele Analysten hatten das ohnehin als unrealistisch betrachtet. „Aber es gab sicherlich einige, die auf einen freundlicheren Tenor gehofft hatten. Das ist nicht passiert“, sagte Norbert Barth von der WestLB.

Für Enttäuschung und Kursverluste der BASF-Aktie sorgte zudem die Tatsache, dass der Konzern mit den meisten Ertragskennziffern die Erwartungen des Marktes verfehlte. Bei einem Umsatzrückgang um 23 Prozent auf 12,5 Mrd. Euro schrumpfte der Betriebsgewinn im zweiten Quartal um zwei Drittel auf 772 Mio. Euro und der Nettogewinn um fast drei Viertel auf 343 Mio. Euro. Einen Lichtblick bot lediglich der relativ hohe Free Cash-Flow von 826 Mio. Euro, der nur 13 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

Mit Ausnahme des unverändert starken Agrochemiegeschäfts verbuchten alle BASF-Bereiche starke Einbußen. Im Öl- und Gasgeschäft halbierte sich der Betriebsgewinn auf 500 Mio. Euro. In den Chemiesparten haben sich die Erträge gegenüber dem extrem schwachen ersten Quartal zwar verbessert. Sie lagen insgesamt aber um rund vier Fünftel unter dem Vorjahresniveau. Für Zusatzbelastungen sorgten Rückstellungen von fast 300 Mio. Euro für die Integration des Schweizer Spezialchemieherstellers Ciba, den BASF Ende März übernommen hatte. Ciba schreibt tiefrote Zahlen und verbuchte im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von rund 25 Prozent.

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