Chemiekonzern
BASF senkt Kapazität um mehr als ein Viertel

Aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage nach Chemieprodukten hat der BASF-Konzern seine weltweite Kapazität um mehr als ein Viertel reduziert. Derzeit fahren allein im Stammwerk Ludwigshafen 60 von 300 Anlagen mit sehr niedriger Last. Und das ist noch nicht alles.

HB LUDWIGSHAFEN. Im April werde zudem ein Steamcracker mit einer Jahreskapazität von 220 000 Tonnen Ethylen abgestellt. Derzeit sind im BASF-Stammwerk nach Unternehmensangaben bereits fünf Produktionsanlagen komplett abgeschaltet.

"Leider ist in den zurückliegenden Wochen die Nachfrage wichtiger Abnehmer in unserem Produktionsverbund auf niedrigem Niveau geblieben", sagte Albert Heuser, Leiter des Unternehmensbereichs Petrochemicals. Bei einer Reihe von Anlagen, die zum Beispiel für die Autoindustrie produzierten, sei auch in absehbarer Zeit nicht mit einer Verbesserung zu rechnen.

"Wir passen daher vorausschauend unsere Produktion der Nachfragesituation an und verringern damit auch unsere Kosten", erklärte Heuser. Der Ludwigshafener Werksleiter Bernhard Nick sagte, das BASF-Stammwerk sei bislang ohne Kurzarbeit ausgekommen. Mitarbeiter von abgeschalteten Produktionsanlagen würden in anderen Werksbereichen eingesetzt: "Wir stoßen aber bald an Grenzen, sollte sich die Situation nicht entspannen."

Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin ist an bislang acht BASF-Standorte bundesweit Kurzarbeit eingeführt worden, darunter in Münster und Schwarzheide. Betroffen seien rund 3 700 Mitarbeiter. Die BASF verfügt in Ludwigshafen über zwei Steamcracker. Abgeschaltet wird im April der kleinere der beiden Anlagen.

Steamcracker stehen oft am Ausgangspunkt der chemischen Produktionskette. In ihnen wird Rohbenzin unter Zusatz von Wasserdampf in verschiedene chemische Grundstoffe aufgespalten. Dabei entstehen Ethylen und Propylen, aus denen unter anderem Kunststoffe und Lackrohstoffe hergestellt werden.

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