Chemiekonzern
BASF spricht sich für Schiefergas-Förderung aus

BASF kämpft weiter für die Schiefergas-Förderung, um die Energieversorgung in Europa zu sichern. Vorgemacht haben das die USA: Dort sanken die Gaspreise und verschafften dem Produktionsort USA einen Wettbewerbsvorteil.
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FrankfurtDer Chemiekonzern BASF hält wegen der Bedeutung einer sicheren Energieversorgung in Europa die Erschließung von Schiefergasvorkommen für notwendig. Derzeit liege bei Erdgas der Anteil der Eigenversorgung in Europa noch bei rund 30 Prozent, sagte BASF-Vorstand Harald Schwager am Mittwoch auf einer Konferenz zum Thema Energie-Sicherheit in Frankfurt. Dieser Anteil wird laut BASF-Schätzungen in den nächsten Jahren bis 2020 aber auf rund 25 Prozent sinken. „Daher werden wir nicht darum herumkommen, das Schiefergaspotenzial in Europa zu erschließen“, sagte Schwager. Der Manager ist im Führungsgremium des Ludwigshafener Konzerns unter anderem für die Öl- und Gasgeschäfte und für die Region Europa zuständig.

In den USA hat die Erschließung großer Schiefergasvorkommen zu Umwälzungen auf dem Gasmarkt geführt. Die Gaspreise sind deshalb zeitweise auf rund ein Viertel des Niveaus in Europa gefallen. Die Industrie befürchtet, dass durch die niedrigen Gaspreise künftig ein erheblicher Wettbewerbsvorteil für den Produktions- und Verarbeitungsstandort USA entstehen könnte. BASF hatte bereits wiederholt Interesse an einer Schiefergasförderung in Europa und Südamerika bekundet.

Zum wichtigen Ölfördergeschäft der Kasseler BASF-Tochter Wintershall in Libyen sagte der Manager: „Die Sicherheitslage als solche ist nach wie vor schwierig.“ Schwager verwies unter anderem auf Streiks der Hafenarbeiter, von denen auch Exportterminals betroffen gewesen seien. Im Juni war Wintershall in dem nordafrikanischen Land auf eine Ölproduktion von 85.000 Barrel am Tag gekommen. Vor dem Sturz des Gaddafi-Regimes im Jahr 2011 waren es noch 100.000 Barrel pro Tag. Dieses Niveau soll nach früheren Angaben von Winterhall in diesem Jahr wieder erreicht werden. Bei anderen Produzenten hatten zuletzt Proteste die Förderung auf dem großen Ölfeld El Feel zeitweilig lahm gelegt.

Die Verträge mit Gazprom zum libyschen Fördergeschäft von Wintershall stehen laut Schwager nicht zur Debatte. „Da ist auch keine Änderung vorgesehen“, sagte der BASF-Manager. Seit einer Vereinbarung aus dem Jahr 2007 ist Gazprom mit 49 Prozent an einer Wintershall-Gesellschaft beteiligt, die Explorations- und Produktionsbeteiligungen in dem nordafrikanischen Land hält. Mit Gazprom arbeitet BASF schon seit vielen Jahren zusammen. In Russland erschließen beide Konzerne riesige Gasvorkommen in Sibirien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Chemiekonzern: BASF spricht sich für Schiefergas-Förderung aus"

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  • Wenn hier was erstunken und erlogen ist, dann die Behauptung, dass Fracking klasse ist. Die EV ist nicht durchgekommen, die Sendung konnte ausgestrahlt werden, sehr zum Ärger der verantwortlichen Firmen und der Fracking-Lobby wie BASF, die nach ihrer widerwärtigen Gentechnik nun auch im Fracking Schiffbruch erleiden wird.

  • Na, als Auftragsschreiber von BASF unterwegs? Dann können Sie sicher wissenschaftliche Quellen benennen, die das Gegenteil belegen. Sie werden sie nicht finden, denn das Einzige, was bewiesen ist, ist die Gefährlichkeit und die Auswirkung des Fracking auf Boden, Luft und Trinkwasser. Die Daten dazu liegen Ihnen ja vor (einen kleinen Ausschnitt findet der geneigte Leser bei Arte), und die Bevölkerung wird dafür sorgen, dass die verantwortlichen Firmen dafür in die Haftung genommen werden.

  • Sie haben schon mitbekommen, dass an "Gasland" quasi alles erstunken und erlogen ist? Angefangen mit den entfammbaren Wasserhähne, die schon vor der Förderung entzündbar waren (hat Josh Fox selbst zugegeben, dass er von diesem Sachverhalt Kenntnis hatte)bis hin zu den 598 Chemikalien, aus denen die Fracflüssigkeit angeblich besteht (tatsächlich sind es je nach Lagerstättentyp 6 bis 20).

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