Chemiekonzern
BASF stellt sich auf Erholung ein

Beim Chemieriesen BASF mehren sich die Anzeichen für eine allmähliche Erholung der Geschäfte. Nachdem die Kurzarbeit am Stammsitz Ludwigshafen für September ausgesetzt wurde, trifft BASF nun Vorbereitungen dafür, die chemische Großanlage Steamcracker wieder ans Netz zu nehmen.

HB FRANKFURT. "Wir bereiten ihn vor zum Anfahren. Ein Prozess, der mehrere Wochen dauert", sagte Vorstandschef Jürgen Hambrecht im Interview mit der "Rheinpfalz" (Freitagausgabe). Steamcracker sind petrochemische Großanlagen, die aus Rohbenzin wichtige Ausgangsstoffe für die Kunststoffherstellung gewinnen. Sie sind die Herzstücke der großen vernetzten Chemiestandorte des Konzerns. BASF hatte den kleineren von zwei Crackern am Stammsitz wegen des Nachfrageeinbruchs zeitweilig abgestellt. "Ob wir den Cracker tatsächlich anfahren, hängt dann von der Entwicklung von Angebot und Nachfrage in den nächsten Wochen ab", sagte Hambrecht.

Viele Wettbewerber haben laut Hambrecht Cracker wegen technischer Probleme außer Betrieb nehmen müssen. "Aufgrund des temporären Produktionsausfalls sind jetzt bestimmte Produkte knapp, vor allem bestimmte Grundchemikalien", erklärte Hambrecht der Zeitung. Das betreffe insbesondere die Chemikalie Butadien. Als Zeichen dafür, dass es bei BASF wieder deutlich bergauf gehe, wollte Hambrecht den Schritt aber nicht verstanden wissen.

Dennoch macht auch der BASF-Chef Anzeichen für eine Geschäftsbelebung aus. "Es hat sich etwas aufgehellt, aber wir dürfen nicht vergessen, wie tief es heruntergegangen ist", sagte Hambrecht. BASF sehe eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. "Wir sind mit dem Aufzug in den Keller gerast. Und jetzt laufen wir Stufe für Stufe wieder mühsam nach oben", sagte Hambrecht. Im Vergleich zum Vormonat laufe es jetzt meist besser. "Der Einbruch gegenüber dem gleichen Zeitraum 2008 ist aber immer noch gewaltig, für die BASF sind das immer noch 20 bis 25 Prozent weniger Umsatz."

Ob BASF auch im Oktober und danach in Ludwigshafen auf Kurzarbeit verzichten werde, könne er noch nicht sagen. "Eines ist sicher: Die Kurzarbeit wird uns noch einige Zeit begleiten", sagte Hambrecht. Einschließlich aller Tochtergesellschaften hat BASF am Stammsitz rund 35 800 Beschäftigte. Mitte August waren dort noch 300 Beschäftigte in Kurzarbeit. BASF reagierte auf die Krise nicht nur mit Kurzarbeit - weltweit ist auch der Abbau von 2000 Stellen in diesem Jahr geplant. "Das ist weit fortgeschritten", sagte Hambrecht. Dazu komme die Integration des übernommenen Schweizer Spezialchemiekonzerns Ciba. "Dadurch werden weitere rund 3700 Arbeitsplätze wegfallen", sagte der BASF-Chef. Die Übernahme kostete den Konzern nach früheren Angaben etwa 6,1 Mrd. Franken (3,8 Mrd. Euro).

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