Chemiekonzern
Bayer-Chef sieht Spielraum für Zukäufe

Bayer hat in den Geschäftsbereichen Pharma und Pflanzenschutz neue Produkte in der Pipeline, von denen sich Konzernchef Dekkers sprudelnde Gewinne verspricht. Das lässt Spielraum für neue Zukäufe.
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DüsseldorfBayer -Chef Marijn Dekkers will mit neuen Produkten das Wachstum des Pharma- und Chemiekonzerns ankurbeln. „Unser wichtigstes Ziel ist organisches Wachstum“, sagte Dekkers am Mittwochabend vor der „Wirtschaftspublizistischen Vereinigung“ in Düsseldorf.

Der Pharma- sowie der Pflanzenschutzbereich CropScience hätten „gute Produkte in der Pipeline“, so der Konzernchef. Aber Chancen auf Übernahmen will sich Dekkers auch nicht entgehen lassen: „Jedes Unternehmen unserer Größe schaut nach Akquisitionsmöglichkeiten, das muss man machen, um wettbewerbsfähig zu sein.“ Wenn es Möglichkeiten für Zukäufe gebe und diese nicht zu teuer seien, habe Bayer den entsprechenden finanziellen Spielraum. Der Konzern habe seine Nettofinanzschulden deutlich auf etwa sieben Milliarden Euro gesenkt.

Auf die Frage, ob Bayer ein Auge auf die Tiermedizin-Sparte des US-Rivalen Pfizer geworfen habe, betonte Dekkers, er wolle nicht auf „spezifische Akquisitionen eingehen“. Die Tiermedizin sei für Bayer aber ein „wichtiges Geschäft“ und ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie. Bayer sei der weltweit einzige Konzern, der Gesundheitsprodukte für Menschen, Pflanzen und Tiere unter einem Dach vereine. „Es freut mich, dass wir das haben.“ Bayer sei mit seinen drei Säulen „sehr gut aufgestellt“.

Mit Blick auf Indien, wo Bayer zur Gewährung einer Lizenz für sein Patent auf das Krebsmittel Nexavar an einen heimischen Hersteller gezwungen worden war, der die Arznei nun billiger verkaufen soll, sagte Dekkers, dies sei „kein gutes Zeichen für Pharma-Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren“. Die Entwicklung von Nexavar habe über eine Milliarde Euro gekostet. Eine Zwangslizenzierung wie im vorliegenden Fall sei aber nur in Indien möglich. Wenn dies auf Indien beschränkt bleibe, könne Bayer damit leben - aber auch andere Länder könnten ihre Gesetze nach indischem Vorbild ändern, warnte Dekkers.

Das indische Patentamt hatte erstmals in der Geschichte die Gewährung einer Lizenz für die Herstellung eines patentierten Arzneimittels angeordnet. Bayer soll im Gegenzug vom heimischen Generika-Hersteller Natco eine geringe Lizenzabgabe auf den Umsatz erhalten. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hatte erklärt, die Kosten für die Behandlung mit dem Medikament könne für indische Patienten von derzeit rund 5500 Dollar pro Monat auf 175 Dollar gesenkt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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