Chemiekonzern
Clariant spart sich gesund

Clariant-Chef Hariolf Kottmann erntet nun die Früchte seines strikten Sparkurses. Mit seinem Gewinn konnte der BASF-Konkurrent die Erwartungen von Analysten übertreffen.
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ZürichIm ersten Quartal stieg der Reingewinn des Schweizer Chemiekonzerns unerwartet kräftig auf 120 Millionen Franken (95 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte das Basler Unternehmen die Gewinnschwelle nur knapp überschritten, doch der als harter Sanierer geltende Kottmann hatte mit einem umfassenden Sparpaket gegengesteuert und konnte damit selbst steigende Rohstoffkosten und schlechte Wechselkurse ausgleichen. Der Umsatz des BASF-Konkurrenten lag mit 1,717 Milliarden Franken aber 100 Millionen unter Vorjahresniveau, hauptsächlich aufgrund des starken Frankens. Ohne den negativen Wechselkurseffekt wäre der Umsatz um fünf Prozent gestiegen.

Auch andere Größen der Chemie-Branche hatten zuletzt gute Ergebnisse vorgelegt: Sowohl Dow Chemical als auch Dupont als auch BASF konnten ein kräftiges Gewinnplus ausweisen.

Für das laufende Jahr bekräftigte Clariant-Chef Kottmann seine Ziele: Der Umsatzwachstum in Lokalwährungen dürfte um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen, ohne Berücksichtigung der im März erworbenen deutschen Süd-Chemie. Dabei setzt er vor allem auf eine starke Nachfrage aus den Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas. Zudem soll die operative Marge vor Einmaleffekten die des Vorjahres von rund zehn Prozent übertreffen.

Kopfzerbrechen bereiten dem Unternehmen derzeit neben dem starken Franken die wieder anziehenden Rohstoffkosten. Hatte Clariant Anfang des Jahres für 2011 noch einen Preisanstieg für Rohstoffe wie etwa Öl und andere Basis-Chemikalien von weniger als zehn Prozent veranschlagt, geht das Management mittlerweile von einem Anstieg von rund 15 Prozent aus. „Wir sind aber sehr optimistisch, dass wir die Auswirkungen der höheren Rohmaterialkosten auf das Jahr hin betrachtet durch Preiserhöhungen ausgleichen können,“ sagte Finanzchef Patrick Jany. Analysten äußerten sich dazu positiv: Die Fähigkeit, Preiserhöhungen am Markt durchzudrücken, belegt ihnen zufolge die wiedergewonnene Marktmacht und damit den erfolgreichen Turnaround des Unternehmens.

Die Aktie reagierte zunächst mit einem Kursplus von über zwei Prozent. Zuletzt lagen die Titel aber knapp im Minus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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