Chemiekonzern
Dow Chemicals Gewinnsprung lässt Branche hoffen

Der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical profitiert kräftig von einer hohen Nachfrage nach Kunststoffen und Agrarchemikalien. Dank erheblicher Umsatzzuwächse stieg der Nettogewinn um ein Drittel.
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New YorkEine kräftige Nachfrage nach Kunststoffen und Agrarchemikalien hat dem größten US-Chemiekonzern Dow Chemical einen Gewinnschub beschert.

Der Nettogewinn sprang im ersten Quartal um gut ein Drittel auf 625 Millionen Dollar, teilte der BASF-Rivale am Donnerstag mit. Wie auch andere Branchenvertreter profitierte auch Dow Chemical vom reichlichem Angebot an günstigem Erdgas in Nordamerika und der wieder anziehenden Konsumnachfrage. Mit seinen Zahlen untermauert der US-Chemieriese die Erwartung, dass der Aufschwung der Branchenkonjunktur auch 2011 nicht abreißt.

Ohne Sonderposten wie etwa Integrationskosten für den vor zwei Jahren für mehr als 15 Milliarden Dollar übernommenen Spezialchemiekonzern Rohm & Haas verdiente Dow Chemical je Aktie 82 Cent. Damit übertraf das Unternehmen die Prognosen der Analysten deutlich. Bei Investoren kam der Bericht positiv an: Die Dow-Chemical-Aktie stieg um 1,1 Prozent.

„Wir haben erhebliche Umsatzzuwächse in allen Regionen und Segmenten durch scharfe Preis- und Mengendisziplin erzielt“, erklärte Konzernchef Andrew Liveris. Insgesamt setzte Dow Chemical im Zeitraum Januar bis März 14,73 Milliarden Dollar um - ein Plus von zehn Prozent. Den Anstieg der Rohstoffkosten um rund 700 Millionen Dollar steckte der Konzern weg. Dow Chemical hob die Preise um insgesamt rund zwölf Prozent im Quartal an.

Im Quartal stach vor allem der Kunststoffbereich mit einem Umsatzsprung von 19 Prozent auf drei Milliarden Dollar heraus.

Auch in der Landwirtschaftschemie konnte Dow Chemical kräftig zulegen. Vor allem die starke Nachfrage nach Gen-Saatgut und Pflanzenschutzmitteln bescherte der Sparte ein Umsatzplus von 17 Prozent. Im Segment Performance Products profitierte der US-Konzern von einem strengen Winter, der die Nachfrage nach Enteisungsmitteln ankurbelte. Insgesamt steigerte Performance Products den Umsatz um 18 Prozent. Im Geschäft mit Elektronik- und Spezialmaterialien stiegen die Erlöse um 14 Prozent.

Analysten äußerten sich positiv. Preiserhöhungen seien der Schlüssel für Dow gewesen, sagte David Begleiter von der Deutschen Bank. „Sie haben gute Arbeit geliefert.“ Dow habe die höheren Rohstoffkosten abfedern können. Chemieunternehmen sorgen momentan fast überall für gute Nachrichten. Auch den deutschen Chemie-Pharma-Mischkonzernen Bayer und Merck hatte die brummende Chemiekonjunktur zu einem guten Jahresstart verholfen. Am Mittwoch hatte der niederländische Chemiekonzern DSM für das erste Quartal einen 27-prozentigen Zuwachs des operativen Gewinns gemeldet. Bereits vor einer Woche hatte Konkurrent DuPont einen Gewinn-Zuwachs von 27 Prozent auf 1,43 Milliarden Dollar mitgeteilt. Der weltweite Branchenprimus BASF legt seine Zahlen am 6. Mai vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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