Chemiekonzern Evonik: Das fette Jahr ist vorbei

Chemiekonzern Evonik
Das fette Jahr ist vorbei

Evonik hat ein Rekordjahr hinter sich, setzt weiterhin auf seine konjunkturrobusten Produkte und will die Dividende erhöhen. Doch die Anleger sind wegen des schwachen Ausblicks für 2016 schockiert. Die Aktie bricht ein.

EssenAuch Hühner müssen sich ausgewogen ernähren. Nur Weizen, das ist zu wenig, da fehlen lebenswichtige Stoffe wie Methionin und Lysin. Die muss der Landwirt dem Futter beimischen – ein einträgliches Geschäft für die Hersteller von Aminosäuren.

Allen voran Evonik: Futtermittelzusätze sind für den Essener Konzern seit vielen Jahren eines der lukrativsten und wachstumsstärksten Produkte, dessen Preise kräftig stiegen. Doch die Rekordfahrt wird sich in diesem Jahr nicht wiederholen. Evonik rechnet bei den Futtermittelzusätzen mit einer „Stabilisierung auf hohem Niveau“, wie Konzernchef Klaus Engel auf der Bilanzpressekonferenz in Essen sagte.

Das ist ein Grund, warum Evonik am Donnerstag eine sehr vorsichtige Prognose für 2016 abgab. Was die Essener noch mehr trifft ist der Preisverfall bei vielen Produkten. Das ist Folge des niedrigen Preises für Öl, dem wichtigsten Rohstoff der Branche. Die meisten Chemieunternehmen profitieren davon nicht, sondern müssen mit etwas Zeitverzug die Preissenkungen an ihre Kunden weitergeben.

Evonik erwartet dabei in diesem Jahr keine Erleichterung. Der Umsatz werde leicht zurückgehen, nachdem er im vergangenen Jahr noch um fünf Prozent auf 13,5 Milliarden Euro hochgeschnellt war. Noch kritischer ist die Gewinnerwartung: 2015 ist der bereinigte operative Gewinn um 31 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro gestiegen. Für dieses Jahr erwartet Evonik einen Rückgang auf 2 bis 2,2 Milliarden Euro.

Der Finanzmarkt reagierte geschockt auf den Ausblick: Die Evonik-Aktie brach am Vormittag um 13 Prozent ein – der größte Tagesverlust seit dem Börsengang im Frühjahr 2013. „Evonik ist bei seinen Prognosen in der Regel konservativ, aber der Ausblick für das laufende Jahr liegt stark unter den Erwartungen“, sagte ein Händler. DZ-Bank-Analyst Peter Spengler bezeichnete die Prognose für 2016 als enttäuschend. „Unsere Gewinnschätzungen müssen signifikant nach unten angepasst werden“, schrieb er in einem Kommentar.

Die Prognose von Evonik traf die Anleger offensichtlich unvorbereitet. Anfang Januar hatte der Konzern noch für gute Stimmung gesorgt, als er mit Blick auf das Erreichen der Ziele für 2015 die Erhöhung Dividende von 1 Euro auf 1,15 Euro angekündigt hatte.

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