Chemiekonzern
Evonik hängt die Konkurrenz ab

Evonik steigert im dritten Quartal seinen Gewinn deutlich. Anders als Konkurrenten wie BASF oder Wacker liegt der Essener Chemiekonzern mit seiner Produktpalette derzeit genau richtig.

FrankfurtEvonik präsentiert sich weiterhin in starker Verfassung und steuert im Gesamtjahr auf eine kräftige Ertragssteigerung zu. Im dritten Quartal hat der Chemiekonzern aus Essen mit einem operativen Ertragsanstieg um rund ein Drittel die Erwartungen des Marktes übertroffen. Bei 3,4 Milliarden Euro Umsatz (plus vier Prozent) legte der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) um 31 Prozent auf 653 Millionen Euro zu.

Anders als Branchenführer BASF, der seine Ertragsprognose für das Gesamtjahr nach unten revidieren musste und nun einen leichten operativen Gewinnrückgang für 2015 erwartet, hat Evonik die bisherige Guidance bekräftigt. Für das Gesamtjahr stellt Firmenchef Klaus Engel weiterhin rund 13,5 Milliarden Euro Umsatz und ein Ebitda von rund 2,4 Milliarden Euro in Aussicht. Das wäre ein Plus gegenüber dem Vorjahr von rund 28 Prozent. „Evonik bleibt auf einem erfolgreichen Weg“, kommentierte Engel die Zahlen.

Für die gesamten ersten neun Monate des Jahres meldete Evonik zwar nur einen Umsatzanstieg um sechs Prozent. Der Konzern konnte dabei aber seinen Betriebsgewinn (Ebit) laut IFRS überproportional um rund 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro und das um Sondereffekte bereinigte Ebit um 46 Prozent steigern. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 869 Millionen Euro. Schon im ersten Halbjahr hatte Evonik zweimal die Ertragsprognosen für 2015 angehoben.
Der nach BASF zweitgrößte deutsche Chemiekonzern kann sich damit auch im europäischen Vergleich bestens sehen lassen. Denn soweit bereits Ertragszahlen vorliegen, zeigte die Branche insgesamt ein nur durchwachsenes Bild. Neben BASF meldeten zum Beispiel auch Solvay, DSM und Wacker Chemie Ertragsrückgänge für das dritte Quartal. Nur die Bayer-Tochter Covestro konnte mit noch stärkeren Ertragssteigerungen als Evonik glänzen – allerdings von niedrigerer Basis aus.

Die Lage der Chemiekonzerne hängt dabei stark von den jeweiligen Produktsortimenten ab. Die BASF etwa wird derzeit deutlich gebremst durch schwächere Erträge in der Ölförderung, die Konjunkturabkühlung in China und harten Preiswettbewerb bei Vitamin E. Letzteres hat auch bei dem niederländischen Konzern DSM Spuren hinterlassen.

Evonik dagegen profitiert vor allem von wachsenden Absatzmengen und deutlich besseren Margen im Geschäft mit anderen Ernährungszusätzen, insbesondere Aminosäuren. In den Vorjahren hatte der Essener Konzern hier noch mit Margendruck als Folge von Überkapazitäten in Fernost zu kämpfen. Die Marktkonstellation hat sich inzwischen aber wieder deutlich gebessert. Die Sparte Nutrition & Care, in der diese Aktivitäten gebündelt sind, konnte daher den Umsatz im dritten Quartal um ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Euro steigern und den Betriebsgewinn auf 328 Millionen Euro verdoppeln.

Deutlich verhaltener entwickelten sich dagegen die beiden anderen Segmente des Konzerns, Ressourcen-Effizienz (Zusatzstoffe für Lacke und Reifen) sowie Performance Materialien (Kunststoffe und Vorprodukte). Beide Sparten weisen für das dritte Quartal nur leichte Ertragssteigerungen von zwei bis vier Prozent aus.

Im Bereich Performance Materials, für den Evonik nach potenziellen Partnern Ausschau hält, sind die Umsätze trotz positiver Währungseffekte sogar gesunken. Evonik musste hier die rückläufigen Ölpreise überwiegend in den eigenen Verkaufspreisen weitergeben. Zudem bremsten Wartungsarbeiten an wichtigen Anlagen die Produktion. Positiv wirkten dagegen die in den Vorjahren gestarteten Effizienzprogramme, mit denen Evonik vor allem die Verwaltungskosten deutlich senken will.

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