Chemiekonzern
Lanxess schockiert die Aktionäre

Kurz vor dem Amtsantritt eines neuen Vorstandschefs meldet der Chemiekonzern Lanxess einen Jahresverlust. Der Dax-Konzern verbucht heftige Abschreibungen und halbiert die Dividende für die Aktionäre.
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DüsseldorfDie Aktionäre des Chemiekonzerns Lanxess müssen sich für das vergangene Geschäftsjahr voraussichtlich mit einer Dividende in Höhe von 50 Cent pro Aktie begnügen – halb so viel wie im Vorjahr. Grund: Der Konzern meldete am Mittwoch einen Jahresverlust für 2013.

Im vierten Quartal seien Abschreibungen in Höhe von 257 Millionen Euro angefallen. Überkapazitäten sowie höhere Rohstoff- und Energiekosten hätten zu einer Neubewertung einzelner Geschäftsbereiche des Kautschuk-Spezialisten geführt. Die Aktie des Unternehmens sackte unmittelbar nach Bekanntgabe der Daten sechs Prozent in den Keller.

Unter dem Strich liegt das Minus für das vergangene Jahr damit bei 159 Millionen Euro. Der Umsatz betrage 8,3 Milliarden Euro – ein Rückgang von fast neun Prozent. Im Januar hatte der Aufsichtsrat des Chemiekonzerns überraschend beschlossen, sich vom langjährigen Vorstandschef Axel Heitmann zu trennen. Nachfolger des Managers ist der frühere Finanzvorstand Matthias Zachert, der in dieser Position noch beim Pharmaunternehmen Merck beschäftigt ist.

Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei von den Abschreibungen nicht belastet und liege bei 735 Millionen Euro. Für das laufende Jahr sei mit einer leichten Verbesserung des Ebitda zu rechnen, da nicht mehr mit Einmalbelastungen zu rechnen sei. Selbst weiterhin niedrige Verkaufspreise würden an dieser Prognose nichts ändern.

Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk für die Auto- und Reifenindustrie, mit der das Unternehmen zuletzt rund 40 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftete. Der Preisverfall auf den Kautschukmärkten und die Absatzkrise der Autobranche in Europa setzten den Kölnern schwer zu. Mit einem strengen Sparprogramm steuert Lanxess gegen: Bis Ende 2015 sollen weltweit 1000 der zuletzt 17.500 Stellen abgebaut werden – 300 davon in Deutschland.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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