Chemiekonzern
Lanxess strebt nach Höherem

Nach der gescheiterten Übernahme von Degussa hat der Leverkusener Chemiekonzern Lanxess Abstand von größeren Akquisitionen genommen. Lanxess Chef Axel Heitmann sieht sich durch die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten bestätigt und strebt nun einen Ausbau der Kapazitäten sowie die Übernahme von kleineren und mittleren Unternehmen an.

LONDON. „Momentan gibt es keine potenziellen Kandidaten für eine große Übernahme“, begründet Lanxess-Chef Axel Heitmann die neue Marschrichtung. Durch die neuesten Entwicklungen auf den Finanzmärkten fühlt sich Heitmann in seiner Entscheidung bestätigt, bisher von größeren Übernahmen Abstand genommen zu haben: Wegen der Finanzkrise werde es immer einfacher für Lanxess, günstig an „kleine und mittlere Unternehmen zu kommen, die unsere bestehenden Unternehmensbereiche erweitern“.

Zunächst aber stellt Heitmann das organische Wachstum in den Mittelpunkt seiner Strategie. Bis 2009 soll eine Milliarde Euro investiert werden. 60 Prozent davon sollen in den Ausbau der Kapazitäten fließen, wobei die asiatischen Märkte den Schwerpunkt bilden. So soll in Malaysia, Thailand oder Singapur für 400 Mill. Euro eine Kautschukfabrik gebaut werden.

Etwa 400 Mill. Euro könnten in Akquisitionen fließen, die laut Heitmann „sehr strengen Kriterien" entsprechen müssten: „Bei Übernahmen gehen wir diszipliniert vor und handeln erst, wenn die Zeit reif ist. Wir werden nicht den Fehler mancher Wettbewerber wiederholen, die vor Jahren zu überhöhten Preisen zugekauft haben und dies bis heute mit schwachen Margen und schwindender Wettbewerbsfähigkeit teuer bezahlen.“ Diese Auffassung wird von Analysten geteilt. So heißt es etwa bei der Citigroup, die aktuelle Krisenstimmung an den Kreditmärkten könnte Lanxess tatsächlich zu attraktiven Akquisitionen verhelfen.

In London stellte das Lanxess-Management vor, welche Fortschritte es bei der Restrukturierung der einstigen ertragsschwachen Bereiche von Bayer, die vor zweieinhalb Jahren im Rahmen einer Ausgründung ausgegliedert wurden, erreicht hat. 2004 etwa war die Marge in 70 Prozent der Geschäftsbereiche nicht zufrieden stellend. Inzwischen weisen drei Viertel Margen von über zehn Prozent aus. Damit werde Lanxess seine für 2009 geplanten Ergebnisziele ein Jahr früher als ursprünglich angekündigt erreichen. Bis 2008 soll es kein Geschäftsfeld mehr geben, in dem die Ebitda-Marge unter fünf Prozent liegt, lautet nun die zuversichtliche Prognose.

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