Chemiekonzern nach Sparten
Wo BASF stark ist – und wo die Schwächen liegen

Eigentlich liegt BASF auf Kurs – Umsatz und Gewinn steigen wie geplant. Und doch bilden sich im Konzern immer mehr Problemfelder, die nicht nur den Aktionären Sorgen bereiten. Ein Blick auf die Sparten des Chemieriesen.
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FrankfurtEigentlich befindet sich BASF voll auf Kurs, die zu Jahresbeginn ausgegebenen Ziele auch zu erreichen. Für das zweite Quartal meldet der größte Chemiekonzern der Welt einen leichten Umsatzanstieg um drei Prozent auf 19 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen legte um zwei Prozent auf 2,04 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr bekräftigte Firmenchef Kurt Bock die Aussicht auf ein stabiles Betriebsergebnis, obwohl das wirtschaftliche Umfeld eher schwieriger geworden ist.

Dennoch wurde der Zwischenbericht des Chemie-Branchenführers mit einiger Enttäuschung aufgenommen. Die Aktie fiel am Freitag an der Börse um etwa drei Prozent.

Und diese Reaktion ist durchaus verständlich. Denn zum einen kamen aus der Chemie zuletzt einige positive Signale – Bayer-Chef Marijn Dekkers etwa machte jüngst Hoffnung auf bessere Margen in etlichen Teilbereichen. Vor diesem Hintergrund hatten viele Analysten und Investoren offenbar auch BASF eine stärkere Performance zugetraut.

Zum anderen zeigen die einzelnen BASF-Teilbereiche im zweiten Quartal eine Entwicklung, die beim genaueren Hinsehen nicht ganz zu den Prognosen passt, die Bock zu Jahresbeginn aufgestellt hatte. Immerhin stellte er einen deutlichen Ertragsanstieg für drei der vier Chemie-Segmente des Konzerns in Aussicht, was wiederum den deutlichen Ertragsrückgang im Geschäftsfeld mit Öl und Gas ausgleichen soll. Zum Halbjahr hat in dieser Hinsicht aber nur eines der vier Chemiesegmente geliefert.

Quelle: BASF

Im Detail ergibt sich folgendes Bild:

Functional Materials und Solutions

Das Arbeitsgebiet, das Geschäft mit Katalysatoren, Bauchemie, Farben und Kunststoffen umfasst, ist zwar längst nicht das renditestärkste Segment. Doch in Sachen Ertragsentwicklung entpuppt es sich derzeit als eine Art Star im BASF-Reich.

Wie für das Gesamtjahr geplant hat dieses Segment auch zum Halbjahr bereits eine deutliche Ertragssteigerung erzielt. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen legte im Halbjahr immerhin um ein Drittel und im zweiten Quartal alleine noch um 29 Prozent zu. Vor allem bei Bauchemikalien und Spezialkunststoffen für die Autoindustrie verbuchte der Konzern steigende Absatzmengen und offenbar deutlich höhere Erträge.

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