Chemieunternehmen

Ende Januar waren Arbeitsplätze und Wohnungen der BASF-Mitarbeiter sowie von fünf Vertretern externer Firmen durchsucht worden.

(Foto: AFP)

Chemieriese BASF ermittelt gegen Mitarbeiter wegen Betrugsverdacht

Mitarbeiter sollen den Chemiekonzern um Millionen geprellt und haben. Auch weitere Vorwürfe stehen im Raum.
Update: 12.02.2018 - 12:03 Uhr Kommentieren

Kaiserslautern/Ludwigshafen Ein Betrugsfall mit einem Schaden in Millionenhöhe sorgt für Aufregung beim Chemiekonzern BASF. Wie ein Sprecher des Konzerns bestätigte, wurde im Zusammenhang mit dem Fall inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen vier Mitarbeiter der BASF und mehrere Fremdfirmen eingeleitet, die im Auftrag der BASF im Stammwerk Ludwigshafen tätig waren.

Bei dem Fall geht es um Leistungen von Personal-Leasingfirmen die für BASF im Ludwigshafener Stammwerk tätig waren und offenbar nicht geleistete Arbeitsstunden abgerechnet hatten. Dadurch könnte ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden sein, heißt es aus dem Umfeld des Konzerns.

Die Vorfälle wurden laut BASF im Rahmen einer internen Prüfung im vergangenen Jahr aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern leitete daraufhin ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen „vier BASF-Mitarbeiter einer unteren Führungsebene, sowie gegen fünf Verantwortliche der beteiligten externen Firmen ein“, wie es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt. Ende Januar wurden Wohnungen und Arbeitsplätze der Verdächtigen auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft durchsucht, wobei man umfangreiche Unterlagen und Daten sichergestellt habe. Einer der betroffenen BASF-Mitarbeiter sei inzwischen verstorben. 

Den verbleibenden drei beschuldigten BASF-Mitarbeitern sowie den Verantwortlichen der Fremdfirmen werde der Vorwurf des Betrugs zulasten der BASF gemacht. Ferner bestehe der Verdacht der Bestechlichkeit beziehungsweise der Bestechung im geschäftlichen Verkehr.

Für die BASF, die zeitweise mehr als 10.000 Mitarbeiter von Fremdfirmen in ihrem riesigen Stammwerk in Ludwigshafen beschäftigt, ist der Vorfall nicht der erste. So wurden bereits 2012 mehrere BASF-Mitarbeiter und externe Personen wegen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Aufträgen an externe Firmen verurteilt. Damals ging es um die doppelte Abrechnung von erbrachten Leistungen. 

2010 wurde ein Betrug im Zusammenhang mit Paletten aufgedeckt. Mehreren externen Speditionsbeschäftigten soll es damals mit Hilfe eines BASF-Mitarbeiters gelungen sein, mehrere Hunderttausend Paletten aus dem BASF-Werk abzuzweigen und auf eigene Rechnung zu verkaufen. Die BASF hatte damals nach eigenen Angaben ihre internen Kontrollvorschriften verschärft. 

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