Chemieriese
Dow Chemical forciert Spartenverkäufe

Der Quartalsgewinn von Dow Chemical hat die Analystenerwartungen verfehlt – die Aktie büßt mehr als drei Prozent ein. Nun treibt der Konzern den Verkauf der konjunkturanfälligen Sparten voran.
  • 0

New YorkDow Chemical forciert wegen schwacher Geschäfte in besonders konjunkturanfälligen Sparten seine Verkaufspläne. Der größte amerikanische Chemiekonzern will mit der Trennung von Unternehmensteilen mindestens drei bis vier Milliarden Dollar einnehmen, wie der BASF -Rivale am Donnerstag mitteilte. Mit den Zahlen zum dritten Jahresviertel enttäuschte der Konzern aus Midland im US-Bundesstaat Michigan die Investoren. Dow-Chemical-Aktien verloren an der Wall Street knapp drei Prozent.

Das Unternehmen erwägt, sich von Geschäften mit Epoxid-Harzen, Chlor-Derivaten und Bauchemiegeschäften in Europa zu trennen. Die Sparten steuerten zuletzt rund sechs Milliarden Dollar zum Jahresumsatz bei. Wettbewerber wie BASF und DuPont sowie eben auch Dow Chemical drängen stärker in Boom-Bereiche wie Saatgut und Pflanzenschutz, die Schwankungen in den Rohstoffpreisen weniger stark spüren.

Seit 2009 hat sich der Chemie-Riese bereits von Bereichen mit Umsätzen von zusammen acht Milliarden Dollar getrennt. Erst unlängst verkaufte Dow Chemical Polypropylen- und Katalysatoren-Geschäfte an den US-Konkurrenten W.R. Grace für 500 Millionen Dollar.

Im dritten Quartal sprang zwar der Konzerngewinn um 20 Prozent auf 594 Millionen Dollar in die Höhe. Pro Aktie stand aber nur ein Gewinn von 50 Cent in den Büchern - Analysten hatten vier Cent mehr erwartet. Starke Pflanzenschutz-Geschäfte in den Märkten Lateinamerikas schoben das Ergebnis an. Auch das Kunststoffgeschäft in den USA stach heraus, das in Folge des Schiefergas-Booms von günstigen Rohstoffen profitiert. In der sogenannten Performance-Materials-Sparte, die neben Epoxid-Harzen Kunststoffe und Polyurethan-Schäume produziert, schrumpften dagegen die Gewinne. Der Konzernumsatz legte um ein Prozent auf 13,73 Milliarden Dollar zu - auch hier hatten Analysten mehr erwartet.

Der weltweite Branchenprimus BASF will am Freitag seine Geschäftszahlen für die Monate Juli bis September vorlegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Chemieriese: Dow Chemical forciert Spartenverkäufe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%