Chemieriese
Dupont hebt seine Gewinnprognose an

Der Chemie-Boom treibt auch das Geschäft des US-Konzerns Dupont an. Das Unternehmen hob am Dienstag nach einem soliden dritten Quartal seine Gewinnprognose fürs Gesamtjahr an.
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HB NEW YORK. Starke Nachfrage in Asien sowie auf dem Heimatmarkt USA haben die Geschäfte des US-Chemiekonzerns DuPont kräftig angeschoben. Nach teilweise deutlichen Umsatzzuwächsen in allen sechs Sparten hob der BASF-Rivale am Dienstag sein Gewinnziel für das Gesamtjahr an. Dupont verdiente zwar mit 367 Mio. Dollar rund zehn Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Gleichwohl war dies mehr als Experten erwartet hatten. Pro Aktie stand ein Überschuss von 40 Cent in den Büchern, Analysten hatten im Schnitt nur mit 34 Cent gerechnet. Dupont beliefert unter anderem die Autobranche mit Lacken und Plastik und die Solarindustrie mit Material zum Bau von Solarzellen.

Dupont habe ein „hervorragendes Umsatzwachstum“ erzielt, zog Konzernchefin Ellen Kullman Zwischenbilanz für den Zeitraum Juli bis September. Das in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware ansässige Unternehmen stellte nun 2010 einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 3,10 Dollar in Aussicht. Bisher wurden maximal 3,05 Dollar erwartet.

An der Börse kam der Zwischenbericht dennoch nicht gut an. Die Aktie verlor im frühen Handel 2,4 Prozent auf 46,56 Dollar. Der Konzern, der neben Industriechemikalien, Kunststoffen und Pflanzenschutzmitteln auch schutzsichere Westen und Arzneien produziert, steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz um 17 Prozent auf sieben Mrd. Dollar. Damit schnitt Dupont besser ab, als Börsianer erwartet hatten. Die Erlöse zogen in Asien mit einem Plus von 31 Prozent besonders stark an. Aber auch auf dem Heimatmarkt USA wuchs Dupont immerhin um 17 Prozent.

„Die Ergebnisse dieses Quartals wurden abgerundet durch anhaltende Produktivitätssteigerungen und ein rigoroses Kostenmanagement, das zum profitablen Wachstum beitrug“, erklärte Dupont-Chefin Kullman. Das Unternehmen steigerte den Absatz im Quartal um 14 Prozent und konnte seine Preise um rund fünf Prozent anheben. Das Geschäft mit Industriechemikalien brummte, auch die Nachfrage nach Titaniumdioxid sowie nach Produkten für die Solarbranche zog jeweils kräftig an.

In der Agrochemiesparte weitete Dupont allerdings seine Verluste aus. Der Konzern investiert derzeit kräftig in die Forschung der Sparte mit dem Ziel, dem US-Agrochemieriesen Monsanto noch mehr Konkurrenz zu machen.

Im Pharmageschäft schrumpften die Gewinne deutlich. Wie auch anderen Firmen setzen Dupont hier Patentabläufe zu. Betroffen sind in diesem Jahr die Bluthochdruckmittel Cozaar und Hyzaar, die Dupont zusammen mit dem US-Pharmariesen Merck & Co entwickelt hat. Diese Einnahmenausfälle auszugleichen gehört zu den wichtigsten strategischen Aufgaben von Konzernchefin Kullman.

Wie es um den Konkurrenten Bayer im dritten Quartal bestellt war, dürfte am Donnerstag klar werden. Dann legt der Leverkusener Konzern seinen Zwischenbericht vor. Der Chemiebranchenprimus BASF hatte bereits erste Eckdaten zum Quartal veröffentlicht und seine Jahresziele angehoben. Den kompletten Quartalsbericht will BASF ebenfalls am Donnerstag vorlegen. Auch der amerikanische Dupont-Konkurrent Dow Chemical will dann seine Quartalszahlen vorlegen.

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