Chemieriese profitiert von Preisanhebungen
Dow Chemical mit Gewinnrückgang

Im dritten Quartal hat der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical einen Gewinnrückgang verzeichnet. Bereinigt um angefallene Restrukturierungskosten wurde der Verdienst aber überraschend kräftig gesteigert. Höhere Verkaufspreise konnten gestiegene Rohstoff- und Energiekosten mehr als wettmachen.

HB NEW YORK. Ohne die Aufwendungen für die Restrukturierung habe Dow Chemical einen Gewinn je Aktie von 98 Cent erwirtschaftet, teilte das in Midland im US-Bundesstaat Michigan ansässige Unternehmen am Donnerstag mit. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Ergebnis je Aktie von 91 Cent gerechnet. „Das war ein exzellentes Quartal: Beim Umsatz im dritten Quartal ein Rekord und solide Preisanhebungen in praktisch allen Geschäften und in jeder geographischen Region“, kommentierte Dow-Finanzchef Geoffery E. Merszei das Zahlenwerk. Die Dow-Aktie legte im frühen New Yorker Handel 2,6 Prozent auf 41,20 Dollar zu. Branchenprimus BASF will seinen Bericht für die Monate Juli bis September am 2. November vorlegen.

Der Konzernumsatz erhöhte sich im Quartal um zehn Prozent auf 12,36 Mrd. Dollar. Analysten hatten mit im Schnitt 12,082 Mrd. auch bei den Erlösen etwas weniger erwartet. Wegen der Schließung mehrerer Anlagen musste Dow Chemical im Quartal allerdings Aufwendungen von 579 Mill. Dollar verkraften. Diese eingerechnet sank der Nettogewinn auf 512 Mill. Dollar nach 801 Mill. Dollar vor Jahresfrist. Pro Aktie entspricht dies einem Gewinn von 53 Cent verglichen mit 82 Cent ein Jahr zuvor. Dow kündigte zudem ein weiteres Aktienrückkauf-Programm im Volumen von zwei Mrd. Dollar an, das nach Ablauf des gegenwärtigen Programms starten soll.

Für das vierte Quartal gab sich die Dow-Führung optimistisch. „Nach vorne blickend erwarten wir, dass die solide Nachfrage, die wir im dritten Quartal in vielen unserer Geschäfte gesehen haben, auch im vierten Quartal anhält“, erklärte Merszei. Allerdings seien schwankende Rohstoff- und Energiekosten ein Unsicherheitsfaktor für das Kaufverhalten der Kunden. Zum Vorjahreszeitraum konnte Dow Chemical im dritten Quartal seine Verkaufspreise um elf Prozent anheben, was sich positiv auf die Gewinnmargen auswirkte. Dem gegenüber stand ein Anstieg fast 750 Mill. Dollar bei den Rohstoff- und Energiekosten.

In der Kunststoffsparte Basic Plastics nahmen die Erlöse im Quartal um 15 Prozent auf 3,1 Mrd. Dollar zu. Dow konnte die Preise in dem Bereich um 20 Prozent anheben. Der Absatz ging allerdings um fünf Prozent zurück. Im Chemikalienbereich Basic Chemicals stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar.

Am Dienstag hatte bereits der zweitgrößte US-Chemiekonzern Dupont seinen Bericht zum dritten Quartal vorgelegt. Auch Dupont hatte Analysten mit einem hohen Gewinn von 485 Mill. Dollar überrascht. Im dritten Quartal 2005 hatte Dupont unter anderem wegen der Hurrikane in den USA noch einen Verlust von 82 Mill. Dollar verzeichnet.

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