Chemikalienhändler
Schwieriges Marktumfeld bremst Brenntag

Chemikalienhändler Brenntag leidet mit seinen Kunden unter der schwachen Nachfrage in Europa und verfehlt die Analysten-Erwartungen. Für 2012 scheint Brenntag-Chef Holland der Optimismus abhanden gekommen zu sein.
  • 0

FrankfurtDer Chemikalienhändler Brenntag hat im dritten Quartal das härtere Konjunkturumfeld in Europa zu spüren bekommen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte binnen Jahresfrist lediglich um 0,7 Prozent auf 167,8 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch in Mülheim an der Ruhr mitteilte. Damit lag der weltgrößte Chemikalienhändler unter den Schätzungen der Analysten, die 185 Millionen Euro erwartet hatten.

Brenntag sprach von erschwerten Marktbedingungen, insbesondere im von der Schuldenkrise geplagten Europa sei der Markt schwach gewesen. Brenntag-Chef Steven Holland ist nun weniger optimistisch als noch zuletzt. Er rechnet für das Gesamtjahr jetzt nur noch mit einem operativen Ergebnis von 705 bis 725 Millionen Euro. Bislang lag die Obergrenze bei 735 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden 660,9 Millionen Euro erzielt.

„Brenntag geht für den weiteren Jahresverlauf derzeit nicht von einem Anstieg der Nachfrage aus,“ erklärte das Management. Der Konzern handelt mit Industrie- und Spezialchemikalien und übernimmt Logistik-Aufgaben, um die sich die großen Chemiekonzerne nicht mehr selbst kümmern wollen. Flaut die Branchenkonjunktur ab, bekommt dies auch Brenntag in seinen Auftragsbüchern zu spüren. Die sich abkühlende Wirtschaft insbesondere in Europa hatte zuletzt rund um den Globus die Geschäfte der großen Chemiekonzerne gebremst. In den USA meldeten DuPont und Dow Chemical herbe Gewinneinbrüche. Der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel wies sogar einen Milliardenverlust im Quartal aus. Auch beim Chemiebranchenprimus BASF waren die Ergebnisse im Geschäft mit Industriekunden deutlich geschrumpft.

Die Brennstoff-, Chemikalien- und Transport AG (Brenntag) erwirtschaftete im Zeitraum Juli bis September einen Konzernumsatz von 2,47 Milliarden Euro und damit 11,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dabei sorgten allerdings günstige Wechselkurse für kräftigen Rückenwind. In der Kasse blieb ein Überschuss von 79,6 Millionen Euro und damit 19,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Brenntag ist aktuell in 70 Ländern aktiv und vertreibt über 10.000 Chemieprodukte. In den vergangenen Jahren war das im Nebenwerteindex MDax notierte Unternehmen auch durch Zukäufe kräftig gewachsen und schluckte über 100 zumeist kleinere Firmen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Chemikalienhändler: Schwieriges Marktumfeld bremst Brenntag"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%