Chemtura
Lanxess kauft US-Konkurrenten für 2,4 Milliarden Euro

Lanxess will sein Geschäft mit Additiven für Schmierstoffe und Flammschutzmittel deutlich ausbauen. Dazu bietet der Spezialchemiekonzern insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro für einen US-Konkurrenten.

KölnMitten in der Neuausrichtung von Lanxess setzt Vorstandschef Matthias Zachert zum größten Zukauf in der Geschichte des Spezialchemiekonzerns an. Das Kölner Unternehmen will den US-Rivalen Chemtura für insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro inklusive Schulden übernehmen.

„Uns ist ein großer strategischer Wurf gelungen“, sagte Zachert am Montag. Lanxess werde damit einer der weltweit größten Anbieter von Flammschutz- und Schmierstoff-Zusatzstoffen und baue sein Geschäft in Nordamerika deutlich aus. „Wir schaffen damit ein neues starkes Standbein.“ An der Börse kam der Zukauf gut an: Lanxess-Aktien waren mit einem Plus von mehr als acht Prozent mit Abstand größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Für Chemtura greift Zachert tief in die Kriegskasse: Noch nie zuvor hat die Gesellschaft, die 2005 von Bayer abgespalten wurde, so viel für eine Übernahme ausgegeben. Nach Einschätzung von Analysten ist der Preis aber angemessen, zudem passe das Unternehmen gut zu Lanxess. Der bislang größte Zukauf war 2010 das Spezialkautschukgeschäft der niederländischen DSM für rund 310 Millionen Euro. Gerade das Kautschukgeschäft, das unter Überkapazitäten und Preisverfall leidet, hatte Lanxess in der vergangenen Jahren aber zu schaffen gemacht.

Zachert, der 2014 das Ruder von seinem Vorgänger Axel Heitmann übernommen hatte, brachte den Konzern deshalb mit einem Sparprogramm wieder auf Kurs. Das schwächelnde Geschäft mit synthetischem Kautschuk, in dem die Rheinländer Weltmarktführer sind, wurde in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem saudischen Ölgiganten Saudi Aramco eingebracht. Die Einnahmen daraus wollte Zachert auch für Zukäufe nutzen.

Mit Chemtura macht er Lanxess noch unabhängiger vom Kautschukgeschäft. Die Amerikaner bieten Schmierstoffzusatzstoffe und synthetische Schmierstoffe an, die etwa in der Stromerzeugung und der Luftfahrt eingesetzt werden. Die Flammschutz-Zusatzstoffe des Unternehmens werden vor allem in der Bauindustrie zur Gebäudedämmung sowie in der Elektroindustrie genutzt. Für beide Bereiche erwartet Lanxess jährliche Wachstumsraten von drei bis vier Prozent.

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Übernahme soll 100 Millionen Euro einsparen

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