
Ein Schauspieler, ein Film, ein Auto. Spätestens seit sich Steve McQueen 1968 in dem Krimi Bullit in den Straßen von San Francisco eine 9 Minuten und 42 Sekunden lange Verfolgungsjagd, ist er eine Popikone, der Ford Mustang. Vor gut 45 Jahren begann die Erfolgsgeschichte des Mustangs - durch und durch amerikanisch wie ein Big Mac oder eine Coca Cola. Weltweit steht der Ford Mustang für den American way of Life. Und er hat viel mitgemacht - die Ölkrise genauso wie das ein oder andere gewagte Designexperiment. Handelsblatt.com zeigt Amerikas Autoikone - und ihre vielen Facetten. Foto: PR

Bevor der Ford Mustang zum Rabauken, Muscle Car und stets leicht prolligen Rebell unter den Sportwagen wurde, fand das Auto 1964 den Weg auf die Straße als seriöses, sportliches Coupé, dessen Erfolg die Ford Motor Company zu Beginn allerdings überrollte. Eigentlich wollte Ford anfangs 100.000 Autos pro Jahr verkaufen - daraus wurden allein in den ersten zwölf Monaten 417.000.Foto: PR

Brav und korrekt präsentiert sich auch die Werbung für den 64er Mustang, wenn da nicht diese verdächtig großen Felgen wären.Foto: PR

Auch wenn die Mustang-Badge, das berühmte galoppierende Pony, anderes vermuten lässt: Seinen Namen verdankt der Mustang angeblich dem Jagdflugzeug vom Typ P-51 Mustang. Ford-Designer John Najjar war ein sehr großer Fan des erfolgreichen Jägers aus dem 2. Weltkrieg. Wie auch immer: Wie dieser Mustang aus dem Baujahr 1967 zeigt, wandelte ds Auto stets und über alle Jahrzehnte mal mehr, mal minder seine Form. Das 1967er Modell ist vielleicht populär wegen seines Hecks, viel wichtiger ist für Fans von Ami-Pony-Cars der V8 Big-Block-Motor unter der Motorhaube. Foto: PR

Klare Mustang-Botschaft: Nur echte Männer fahren einen Mustang, oder werden so zu einem. Foto: PR

Für Puristen war das Jahr 1971 das Anno horribilis in der Mustang-Historie. Dass die Mustangs von Jahr zu Jahr immer schwerer und größer wurden, war ja schön und gut. Aber das Modell von 1971 bis 1973 war vielen Fans schlicht mehr als eine Spur zu wuchtig geraten. Großes Problem dabei: Je größer desto schwerer - und desto höher eben auch der Spritverbrauch. Das war allerdings das wenigste, was Ford in der Ölkrise im Jahr 1973 gebrauchen konnte. Mit dem 71er Mustang endete die erste Modellreihe. Foto: PR

Genauso relaxt wie die 70er-Jahre auch - zumindest im Westen - tatsächlich waren, präsentiert sich auch die Werbung für den Mustang. Foto: PR

Die Konsequenz fiel bei Ford drastisch aus. Die zweite Generation von 1974 hat auf dem ersten Blick nur noch wenig mit einem Muscle-Car zu tun. Kein Wunder, stand der Mustang doch auf der Plattform des Kompaktwagens Pinto. Neben den hohen Ölpreisen war der Mustang auch mit Blick auf Abgasgrenzwerte und Versicherungskosten auf Radikalkur gesetzt worden. Und das traf offenbar den Nerv der Zeit. In einem Jahr verkaufte Ford 386.000 Exemplare. Eine stolze Zahl. Ganz besonders deshalb, weil die Gegner des Mustangs nun nicht mehr schwere Dodge Charger, sondern ökonomische Celicas von Toyota waren. Die Zeiten hatten sich geändert. Foto: PR

Und doch muss irgendjemanden in Detroit im Laufe der Zeit Zweifel am "vernünftigsten Mustang aller Zeiten" gekommen sein. Anders ist es kaum zu erklären, dass Ford den Mustang Ende der 70er Jahre mit allem aufmotzte, was das Teilelager hergab. Ihren Höhepunkt fand die Spoiler-Manie in 1978 mit der "King Cobra".Foto: PR

Auch wenn das provokative Schlangengemälde auf der Motorhaube anderes vermuten lässt - die Cobras hatten "so viel Biss wie ein Gartenschlauch", wie etwa das Magazin Wired schreibt. Foto: PR
Ein Schauspieler, ein Film, ein Auto. Spätestens seit sich Steve McQueen 1968 in dem Krimi Bullit in den Straßen von San Francisco eine 9 Minuten und 42 Sekunden lange Verfolgungsjagd, ist er eine Popikone, der Ford Mustang. Vor gut 45 Jahren begann die Erfolgsgeschichte des Mustangs - durch und durch amerikanisch wie ein Big Mac oder eine Coca Cola. Weltweit steht der Ford Mustang für den American way of Life. Und er hat viel mitgemacht - die Ölkrise genauso wie das ein oder andere gewagte Designexperiment. Handelsblatt.com zeigt Amerikas Autoikone - und ihre vielen Facetten. Foto: PR
Helikopter rauschen durchs Bild, Raketen explodieren, Wolkenkratzer werden in Schutt und Asche gelegt, und mittendurch braust ein gelber Sportwagen, der sich schließlich in einen Roboter verwandelt und eine Häuserwand emporklettert. Rasante Filmszenen wie diese machen die Roboter-Saga Transformers an den Kinokassen zu Blockbustern - und bescheren dem Autobauer General Motors einen grandiosen Werbeeffekt. Denn der gelbe Sportwagen ist im Film die populäre Roboterfigur Bumblebee - und im wahren Leben ein Chevrolet Camaro.
Für Rick Scheidt, Vize-Marketing-Chef bei General Motors, ein echtes Geschenk. "Das Transformers-Franchise hat dazu beigetragen, dem Camaro - und Chevrolet gleich mit - eine ganz neue Generation von Fans zu bescheren", sagt Scheidt. Der Rolle des Autos in den Filmen sei es mit zu verdanken, dass der Camaro zum meistverkauften Sportwagen Amerikas und zu einem der bekanntesten Autos weltweit aufgestiegen sei. Seinen ersten Transformers-Auftritt hatte der knallgelbe Wagen mit den schwarzen Rallye-Streifen 2007. Viel entscheidender für GM war aber die Fortsetzung "Transformers: Revenge of the Fallen" im Jahr 2009, als der Autobauer nach sieben Jahren wieder einen neuen Camaro auf den Markt brachte.
Seitdem hat sich der Camaro für GM zu einer großen Erfolgsgeschichte entwickelt - vor allem mit Blick auf die direkte Konkurrenz, den Ford Mustang. Seit den 60er Jahren bekriegen sich die beiden Erzrivalen im prestigeträchtigen Marktsegment der Muscle-Cars, das die US-Autobauer nicht etwa wegen der Absatzzahlen von hohem Wert ist. "Große Volumina soll und muss ein solcher Sportwagen nicht bringen", sagte Chevrolet-Europa-Chef Wayne Brannon auf dem Autosalon in Genf zu Handelsblatt Online. " Ein Auto wie der Camaro hat einen hohen Imagefaktor und repräsentiert das, was die Kunden an der Marke Chevrolet am meisten mögen." Ein Blick auf die Verkaufszahlen zeigt, dass Brannon da nicht gar so falsch liegen kann, vor allem im Vergleich zu Fords Mustang, eigentlich der amerikanischen Auto-Ikone schlechthin.
Die hat Chevrolet mit seinem Camaro inzwischen allerdings schon deutlich abgehängt. Seit 1986 war der Mustang laut der Beratungsfirma Ward's AutoInfoBank das meistverkaufte Sportauto der USA. Damit ist es seit dem vergangenen Jahr vorbei. 2010 verkaufte GM 81.299 Camaros, Ford 73.716 Mustangs. Und der Abstand wird immer größer. Bis Mai hat Chevrolet bereits 33 Prozent mehr Camaros verkauft .

Berühmt wurde die GM-Marke Pontiac mit ihren so genannten "Muscle Cars", schnittigen und PS-starken Mittelklasse-Coupés. Die Erfolgsstrategie der Angeberkarren: sportliches Design, starker V8-Motor und vergleichsweise kleiner Preis. Diese simple, aber effektive Strategie machte Pontiac in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren zum Kultauto, vor allem bei Jugendlichen. Ein Klassiker war der Pontiac GTO, der 1964 auf den Markt kam (Foto). Pontiacs Werbebotschaft der 80er Jahre passte zur Strategie: "We Build Excitement." Foto: PR

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich Pontiac zunächst mit wuchtigen Limousinen einen Namen gemacht. In den 1950er Jahren verpasste GM der Marke ein Lifting. Die Modelle wurden weiterentwickelt, sie sollten auch im Rennsport eingesetzt werden. Foto: PR

In den 1960er Jahren inspirierte der italienische Rennsport Pontiac zu einem neuen Typ. Ziel war ein Wagen mit sehr gutem Gewicht-/ Leistungsverhältnis, das hohe Geschwindigkeiten ermöglicht. Das Modell wurde GTO genannt, nach einem Ferrari-Coupé namens Gran Turismo Omolgato. Schon der erste GTO war mit dem größten Motor ausgestattet, den Pontiac überhaupt in einen Mittelklassewagen einbauen durfte. Foto: PR

Der Firebird galt in den 1960er Jahren bei vielen Jugendlichen als Inbegriff von Coolness. Foto: PR

Nach Chevrolet und GMC ist Pontiac die meistverkaufte Marke von GM. 1984 ist bis heute das Spitzenverkaufsjahr von Pontiac: 850 000 Autos wurden verkauft, ungefähr viermal so viel wie 2008. Foto: PR

Mit Pontiac schleppt GM seit Jahren einen Ladenhüter durch, der in den USA inzwischen weniger Autos an den Mann bringt als der südkoreanische Hersteller Kia. Im Sanierungsplan kündigte GM jetzt an, die Zahl seiner Marken von acht auf vier zu halbieren. Übrig bleiben Chevrolet, Buick, Cadillac und GMC. Damit sei GM breit genug aufgestellt, so GM-Chef Rick Wagoner. Für Pontiac werden die verfügbaren Optionen noch geprüft. Wahrscheinlich ist, dass es Pontiac zumindest als eigenständige Marke in Zukunft nicht mehr geben wird. Foto: PR

Pontiac ist ein gutes Beispiel dafür, wie fatal es ist, wenn die Identität einer Marke verwässert wird. Lange Jahre assoziierten die Amis mit Pontiac Leistung, Tempo und Sex-Appeal. Dann entschied GM, Modelle anderer Marken unter dem Namen Pontiac anzubieten, um Produktionskosten zu sparen. Typen wie der TransSport Minivan, Sunbird, Sunfire und Phoenix waren kaum noch von Chevrolet- und Oldsmobile-Modellen zu unterscheiden. Foto: PR

Mit dem Pontiac Aztek kam 2001 ein Wagen auf den Markt, der optisch gar nichts mehr mit den ehemals so erfolgreichen Muscle Cars zu tun hatte. Der Aztek war ein Flop. Er landete auf diversen Ranglisten der hässlichsten Autos der Welt und erreichte dort Spitzenplätze. Inzwischen wurde er eingestellt. Foto: PR

Pontiacs letzter Fehlgriff war der Vibe, ein Wagen der Kompaktklasse, der in Zusammenarbeit mit Toyota produziert wird und mit dem Toyota Matrix baugleich ist. Die Zukunft des Vibes ist ungewiss, in diesem Jahr hat GM eine neue Variante vorgestellt (Foto). Der Vibe sollte dieselbe jugendliche Zielgruppe ansprechen wie die Muscle Cars - dieses Ziel wurde verfehlt. Foto: PR

2004 kam eine neue Version des GTO auf den Markt (Foto). Die Renaissance des Klassikers war Teil der Bemühungen von GM, seiner Marke Pontiac wieder Leben einzuhauchen. Vergebens, das Erscheinungsbild des neuen GTO enttäuschte die treue Fangemeinde, die Produktion wurde 2006 wieder eingestellt. Foto: PR
Berühmt wurde die GM-Marke Pontiac mit ihren so genannten "Muscle Cars", schnittigen und PS-starken Mittelklasse-Coupés. Die Erfolgsstrategie der Angeberkarren: sportliches Design, starker V8-Motor und vergleichsweise kleiner Preis. Diese simple, aber effektive Strategie machte Pontiac in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren zum Kultauto, vor allem bei Jugendlichen. Ein Klassiker war der Pontiac GTO, der 1964 auf den Markt kam (Foto). Pontiacs Werbebotschaft der 80er Jahre passte zur Strategie: "We Build Excitement." Foto: PR
"Der Camaro fühlt sich moderner an und scheint eine jüngere Altersgruppe anzuziehen", wagt Autoanalyst Jeff Schuster von J.D. Power im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg einen Erklärungsversuch. Und auch er ist sich sicher, dass "die Verbindung mit den Transformern wirklich dabei geholfen hat, die Marke Camaro neu zu entwickeln".