Chevrolet Volt
GM: Milliarden für ein Auto mit Fragezeichen

Der Chevrolet Volt ist der große Hoffnungsbringer von General Motors. Mit dem Elektroauto will sich GM zum erfolgreichen grünen Autokonzern wandeln. Jetzt soll die US-Regierung 2,6 Milliarden Dollar in die Entwicklung des Volts stecken. Dabei sorgt der Volt bei Experten für Stirnrunzeln - und dann ist da ja noch der Konkurrent Tesla.

DÜSSELDORF. Alles dreht sich bei General Motors um den Chevrolet Volt. Der Volt ist Detroits große Hoffnung. Das Elektroauto soll aller Welt beweisen, dass der angeschlagene Autokonzern eine Zukunft verdient hat; dass GM mehr kann, als nur übergroße Geländewagen zu bauen - die heute niemand mehr will. Der Volt ist anders, eine futuristisch gezeichnete Limousine unter deren Haube kein Sprit fressender V8-Benzinmotor werkelt wie bei vielen anderen GM-Modellen, sondern ein hochmoderner Elektroantrieb gepaart mit einem Verbrennungsmotor.

Der Volt soll GM wie Phoenix aus der Asche holen - doch damit das Wunderauto überhaupt den Weg auf die Straße findet, soll die US-Regierung dem klammen Konzern unter die Arme greifen. 2,6 Milliarden Dollar Kredit möchte General Motors vom amerikanischen Energieministerium haben, damit der Volt gebaut werden kann.

Fragt sich nur, ob das aus einem Fördertopf für die Entwicklung umweltfreundlicher Autotechnologien stammende Geld auch gut angelegt ist. Vorschusslorbeeren gab es für den Volt reichlich. In amerikanischen Medien wurde der Volt als das Auto gefeiert, das GM retten könnte. Doch bei Fachleuten kommen zunehmend Zweifel auf, ob der Volt wirklich das Wunderauto ist, zu dem es von GM hochstilisiert wurde.

So stellt eine aktuelle Studie der Carnegie Mellon University dem Volt ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Die Wissenschaftler kommen nämlich zu einem niederschmetternden Ergebnis. Ein Elektroauto wie der Volt, der in der Studie freilich namentlich nicht direkt erwähnt wird, sei mit einer rein elektrisch erzielten Reichweite von 40 Meilen in "keinem Szenario wirtschaftlich" zu betreiben.

Professor Jeremy Michalek, einer der Autoren der Studie, sagte amerikanischen Medien: "Eine Reichweite von vierzig Meilen mag für die meisten Menschen ausreichen, um ohne Spritverbrauch zur Arbeit zu kommen. Der Haken daran ist nur, dass dabei niemals so viel Treibstoff eingespart wird, dass sich der Elektroantrieb auch wirklich rechnet." Das liege unter anderem daran, dass die nötigen Batterien viel zu groß, schwer und teuer seien. Kurz und knapp gesagt: Je größer das Auto, desto größer die notwendigen Batterien, desto höher Produktionskosten und Gewicht.

Sinnvoller sei deswegen eher ein Elektroantrieb für kleine Autos, die eine rein elektrische Reichweite von 20 Meilen erzielen könnten - oder klassische Hybride, also Autos mit einem Verbrennungsmotor, der nur von einem Elektroantrieb unterstützt wird.

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