China ändert Rechtslage Pharmakonzerne müssen um Patente bangen

China hat seine Patentgesetze geändert. Unter bestimmten Umständen dürfen künftig auch unter Patentschutz stehende Medikamente kopiert werden. Westliche Pharmakonzerne dürften beunruhigt sein - und das nicht zu Unrecht.
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Im März 2012 hat Indien das Kopieren eines Krebsmedikaments von Bayer erlaubt. Quelle: dapd

Im März 2012 hat Indien das Kopieren eines Krebsmedikaments von Bayer erlaubt.

(Foto: dapd)

HongkongChina hat heimischen Pharmaherstellern unter bestimmten Umständen das Kopieren von unter Patentschutz stehenden Medikamenten erlaubt. Das geht aus Dokumenten hervor, die das Patentamt im Internet veröffentlichte und die westlichen Pharmakonzernen große Sorgen bereiten dürften - China ist für sie ein wichtiger Wachstumsmarkt. Erst vor drei Monaten hatte Indien in einem wegweisenden Urteil Bayer zur Herausgabe eines Patents für ein teures Krebsmedikament gezwungen, um mehr Kranken eine Behandlung zu ermöglichen.

China änderte den Dokumenten zufolge die Gesetze zum geistigen Eigentum, um ebenfalls solche "Zwangslizenzen" zu ermöglichen. Im Falle eines staatlichen Notstands, unter ungewöhnlichen Umständen oder im Interesse der Öffentlichkeit können geeignete chinesische Firmen dann entsprechende Generika herstellen. Diese Nachahmer-Medikamente können sogar unter bestimmten Umständen ins Ausland exportiert werden können. Die Welthandelsorganisation WTO erlaubt solche Zwangslizenzen, falls lebensrettende Behandlungen in einem betroffenen Land unbezahlbar sind. Das Patentamt erklärte auf Reuters-Anfrage, die neuen Regeln seien bereits seit Anfang Mai in Kraft.

Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten Reuters, dass China etwa das Aids-Mittel tenofovir von Gilead Sciences im Visier hat und bald produzieren will. Bob Verbruggen, der die UN in Aids-Fragen berät, erklärte, China plane offenbar, ein Generika-Hersteller für den heimischen und den internationalen Markt zu werden. Die Regierung in Peking hat eingeräumt, ein Problem mit rasant steigenden Aids-Erkrankungen zu haben.

  • rtr
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8 Kommentare zu "China ändert Rechtslage: Pharmakonzerne müssen um Patente bangen"

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  • private Forschung forscht nach Abhängigkeit.

    Da ist was dran. Man denke nur an Ritalin oder Antidepressiva. Alles Mittel, die man bleibend nehmen muss, wenn man einen Effekt haben will. Das mit der unabhängigen Forschung macht wirklich Sinn. Wäre auch dafür.
    Mich stören auch die Marketingmethoden, die hierbei verwendet werden, wie z.B. Kinderbücher, wo dann der Held alles kan, wenn er nur täglich seine Tablette nimmt. Wie gesagt, Zielgruppe Kinder......

  • man muss das sogar noch differenzierter sehen.

    damals wurden Medikamente entwickelt (heute auch teilweise) um Krankheiten zu besiegen.
    heute werden mehr Meds produziert um zu lindern, anstatt vollständig zu heilen.
    Bestes Beispiel AIDS-Meds...diese soll/muss man ein lebenlang einnehmen..
    nur noch unabhängige und freie Institute forschen nach Heilung (siehe Kanada, die haben bereits 2009 patentfrei herausgefunden wie man Krebs besiegen kann (patentfreier Stoff löst krebszellen-zelltod aus)) private Forschung forscht nach Abhängigkeit..so etwas hatten wir in 1920s etc. bei Glühbirnen +laufzeit-skandal...heute ist das wirtschaftlicher gesehen/akzeptiert.

  • Was hat China mit Menschlichkeit zu tun. China sucht nach Ausreden um Patentrechte zu brechen und dann denn Weltmarkt zu überfluten.

  • Nun, das muss man differenziert sehen.
    Zuallererst können wir froh sein, dass der teure aufwändige Weg gegangen wird, neue Medikamente zu produzieren.
    Man kann das moralisch oder wirtschaftlich begründen. Aus moralischer Sicht müsste aus Nächstenliebe jedem Kranken ein Medikament je nach Einkommen oder gleich pauschal günstig angeboten werden.
    Aus wirtschaftlicher Sicht wird ein Produkt angeboten, für das viel Geld (Millionen €) und viel zeit (10jahre) investiert wurde, (die anderen 9 Produkt haben keine Zulassung bekommen)...das muss refinanziert werden.
    Gäbe es keinen Patentschutz, würde keine Firma solche Risiken eingehen. Nicht, wenn es um Millionen € geht und die Zulassung in den Sternen steht.
    Aus marktwirtschaftlicher Sicht nur nachvollziehbar. Auf dem Rücken der Kranken.

  • Das Problem mit China ist, dass es nicht daran interessiert ist der "Menschheit" zu helfen, sondern selber Gewinne zu generieren. Das ist das Problem mit China.

  • wer nich grad pkv is muss zuzahlen....und teilweise sogar selber komplett kosten übernehmen

    denke da z.b. an diesen jungen vor jahren der spezielles Essen braucht, weil er gegen fast alles allergisch ist.
    ~1mio pro jahr oder so, wären die kosten

    oder bsp. in indien 5500$ für Bayer's Medikament mit 12 Tabletten

    In USA gibts einen Fall wo sich das Pharmaunternehmen auch entschlossen hatte, ein bestimmtes Medikament einfach nicht mehr zu produzieren, keine lizenzen zu verkaufen etc. weil die "nachfrage" zu gering war...dann wars auch pleite. die usa habens sozusagen noch enteignet damit generika produziert werden konnten...

    ich finde auch .de bräuchte sowas...und subventionen sollte auch in freie forschung gehen und nicht zu den pharmaunternehmen.

  • Nein, bei uns bezahlen notwendige Medikamente einfach die Krankenkassen.
    China hat Mrd. an Devisenreserven, aber kein Geld für seine Bevölkerung Medikamente zu bezahlen?
    Aber warum bezahlen, wenn man einfach Patente stehlen kann?

  • Ein Schritt hin zu Menschlichkeit.

    Ist unserer westlichen Welt fremd. Hier bei uns ist das Leben zur Ware verkommen.

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