China
Industrie steuert schwungvoll in schwieriges Jahr

Experten erwarten in 2017 Gegenwind für die gute Konjunktur. Die Regierung in Peking geht zuletzt stärker gegen spekulative Grundstückskäufe und Überhitzungen an Vermögensmärkten vor. Das könnte die Wirtschaft bremsen.
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PekingDie chinesische Industrie steht zum Jahreswechsel ordentlich unter Dampf. Die Betriebe weiteten vor allem Dank des Baubooms ihre Geschäfte auch im Dezember aus, wie der am Dienstag veröffentlichte Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex ergab. Dieser stieg überraschend den sechsten Monat in Folge auf 51,9 Punkte von 50,9 Stellen im November an auf das höchste Niveau seit vier Jahren. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 50,7 Zähler gerechnet. Die Produktion läuft sogar so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr. Doch für das neue Jahr erwarten Fachleute spürbaren Gegenwind.

Der Industriesektor profitiert vom Aufschwung am Immobilienmarkt sowie öffentlichen Investitionen in die Verkehrswege. Beides beflügelt die Nachfrage nach Baumaterialien wie Zement und Stahl. Doch mittlerweile steuert die Regierung in Peking gegen, weil Häuserpreise und Schuldenberge immer stärker ansteigen. So geht sie etwa gegen spekulative Grundstückskäufe vor und signalisiert weitere Schritte, um Überhitzungen an den Vermögensmärkten einzudämmen. Dafür wird auch eine Abschwächung der Konjunktur in Kauf genommen, die sich ohnehin nach jahrelangem Boom etwas abkühlt.

Bremsspuren zeigt bereits der am Sonntag vorgelegte offizielle Einkaufsmanagerindex, der auf ein anhaltendes, aber leicht verlangsamtes Industriewachstum im Dezember hindeutet. Ähnlich ist die Entwicklung im Dienstleistungssektor. Der offizielle Einkaufsmanagerindex bildet die Geschäfte der großen, staatlich kontrollierten Unternehmen ab, während sich das privatwirtschaftliche Caixin/Markit-Barometer stärker auf kleine und mittelgroße Firmen konzentriert.

Analysten erwarten, dass auch 2017 für die chinesische Wirtschaft kein leichtes Jahr wird. Staatliche Konjunkturanreize klingen aus, der Immobiliensektor kühlt sich ab, und der Automobilmarkt dürfte an Fahrt verlieren. Hinzu kommen Gefahren für das wichtige Exportgeschäft durch den Regierungswechsel in den USA. Dort hat der künftige Präsident Donald Trump mit Einfuhrzöllen auf chinesische Waren gedroht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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