China ist neuer Hoffnungsträger der Luxusbranche
Luxus läuft

Es ist eine heitere Mode, die in diesen Tagen auf den Laufstegen von Paris und Mailand präsentiert wird: Gucci zeigt orientalisch wirkende Kaftane mit aufgenähten Medaillons, Valentino blumige Hemden in kraftvollen Farben. Die Kollektionen spiegeln die Grundstimmung der Luxusbranche wider: Nach drei Jahren Krise ist man wieder optimistischer.

PARIS/MAILAND. Angesichts einer anziehenden Weltkonjunktur, vor allem in wichtigen Märkten des Fernen Ostens und den USA, scheint das Schlimmste vorüber zu sein. „Männermode läuft in diesem Jahr mit plus 15 Prozent extrem gut“, bestätigt Howard Socol, Chef der US-amerikanischen Einzelhandelskette Barneys den Trend.

Im vergangenen Jahr hatten die Lungenseuche SARS, der Irak- Krieg, Terrorangst und der Höhenflug des Euros Armani, Hermès, Prada & Co schwer zugesetzt. Vor allem bei Häusern wie Versace, die stark von Reisenden abhängen, brachen Umsatz und Gewinn ein.

Im Vergleich dazu hat sich der Pariser Weltmarktführer LVMH, der Marken wie Dior, Fendi oder Kenzo besitzt, wacker geschlagen. 2004 will aber LVMH-Chef und Großaktionär Bernard Arnault so richtig Gas geben. Allein im ersten Quartal wuchs der Absatz des Konzerns um zehn Prozent. Mit seiner Gewinnmaschine der Gruppe, der Lederwarenmarke Louis Vuitton, setzt der Konzern neben der globalen Erholung auf das neue Eldorado der Luxusbranche: China.

Bis Ende des Jahres will Louis Vuitton über 13 Filialen im Reich der Mitte verfügen. China ist für den Lederwarenhersteller bereits der viertgrößte Absatzmarkt. Die Franzosen befinden sich in bester Gesellschaft: So will Armani bis 2008 rund 30 Geschäfte in China eröffnen. Branchenschätzungen zufolge gibt es in der Volksrepublik derzeit zehn bis 13 Millionen potenzielle Käufer von Luxusgütern – Tendenz steigend. Doch Experten warnen vor Euphorie: Claire Kent, Analystin von Morgan Stanley, schätzt, dass sich die China-Engagements der Luxuskonzerne erst in fünf Jahren rechnen werden. Grund: höhere Kosten für die Geschäftsaufnahme und die auf kurze Sicht begrenzte Nachfrage.

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