China öffnet sich zunehmend für global aufgestellte nicht-japanische Anbieter
Toyota will mehr bei europäischen Zulieferern einkaufen

Der weltweit zweitgrößte Autobauer Toyota will im Zuge seiner weltweiten Expansion mehr bei europäischen Zulieferern einkaufen. Mit zunehmender Produktion im Ausland werde sich der Anteil global aufgestellter europäischer Zulieferer erhöhen, sagte der neue Präsident der Toyota Motor Corp., Katsuaki Watanabe, dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Zum einen soll für die Produktion in Europa der Anteil lokaler Unternehmen gesteigert werden. Aber auch auf Märkten wie China öffne sich Toyota zunehmend für global aufgestellte nicht-japanische Anbieter. „Wir wissen, dass es uns stärkt, wenn wir die Stärke von global aufgestellten Unternehmen nutzen können. Das ist auch für uns schneller und billiger“, sagte Watanabe, der zuvor im Vorstand für Beschaffung zuständig war. Toyota veröffentlicht die Anteile der nicht-japanischen Zulieferer am Geschäft nicht. Als eine seiner Hauptaufgaben als neuer Chef hat er sich vorgenommen, das weltweite Logistiksystem Toyotas an das rasche Wachstum anzupassen.

Toyota betreibt mittlerweile 51 Fabriken in 26 Ländern. In der Tschechei wurde gerade gemeinsam mit PSA aus Frankreich eine neue Fabrik eröffnet, in Texas und Kanada wird ebenso gebaut wie in Russland. So soll das Ziel, bis 2006 den Absatz auf 8,5 Millionen Autos zu steigern, erfüllt werden. Aber auch darüber hinaus sei noch viel Raum zum Wachsen, sagte Watanabe. An einem Plan mit Vorgaben bis 2010 werde gerade gearbeitet. Bisher hat Toyota einen local content Anteil von rund 80 Prozent in Europa etwa oft über japanische Zulieferer, die vor Ort produzieren erreicht. Doch bei einigen Zulieferern sind die Grenzen des Auslandsengagements erreicht. Das eröffnet auch in Unternehmen wie Toyota oder Honda, die sehr enge Beziehungen mit Zuliefern haben, meist an ihnen beteiligt sind, gerade auf noch jungen Automärkten Lücken für global operierende Automobilzulieferer.

Die Robert Bosch GmbH zum Beispiel setzt stark darauf, dass vor allem die ausländischen Aktivitäten der japanischen Autobauer künftig mehr Aufträge in die Kasse spülen. „Hier können wir unseren globalen Ansatz richtig ausspielen“, sagte Vorstandschef Franz Fehrenbach kürzlich in Tokio. Und ungefragt nannte Watanabe Bosch auch als ein Beispiel für die „exzellenten europäischen Zulieferer“, deren Anteil bei Toyota sich bereits erhöht habe.

Auch Stefan Stocker, Präsident der Japantochter Bosch Automotive Systems Corporation, meint: „Wegen der weltweiten Expansion sind die japanischen Unternehmen viel offener ausländischen Zulieferern gegenüber.“ Das gelte gerade auch für den chinesischen Markt. Viele der Aufträge würden jedoch weiterhin in Japan vergeben, weil hier die Ingenieursgruppen säßen. Schon jetzt ist Japan für Bosch mit umgerechnet 2,3 Mrd. Euro der drittgrößte Absatzmarkt der Welt. Mehr als die Hälfte des Umsatzes in Asien werden hier erwirtschaftet. Der Marktanteil ist jedoch wegen der lange geschlossenen Zuliefersysteme in Japan noch weit unter dem weltweiten Anteil. Größter Kunde ist die Nissan-Renault-Gruppe. Japans zweitgrößter Autobauer hat nach der Allianz mit Renault das System einer vertikal integrierten Struktur mit festen Zuliefern, Keiretsu genannt, abgeschafft.

Die Globalisierung der japanischen Autobauer bringt aber andererseits auch neue Konkurrenten. Zulieferer der Toyota-Gruppe etwa wie Denso gewinnen im Zuge der Globalisierung selbst auch an Stärke. Mit ihren Werken im Ausland beliefern sie auch lokale Autobauer.

Seinen Marktanteil von fünf Prozent in Europa, der weit unter dem weltweiten von rund zwölf Prozent liegt, will Watanabe weiter steigern. Autos mit Hybridantrieb und neue Modelle der Luxusmarke Lexus sollen hier neuen Schub geben. Ein Absatzziel will er jedoch nicht nennen. Toyota Europe hat sich bis 2010 einen Absatz von 1,2 Millionen Fahrzeugen zum Ziel gesetzt – gut 30 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%