China räumt den Markt leer
Arcelor profitiert von Stahlboom

Der weltgrößte Stahlhersteller hat dank hoher Stahlpreise seinen Betriebsgewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt. Damit hat Arcelor die Markterwartungen übertroffen.

HB LUXEMBURG. Der Überschuss schoss im dritten Quartal auf 629 Mill. € von 101 Mill. € ein Jahr zuvor hoch, teilte das Unternehmen am Montag in Luxemburg mit. Wegen steigender Kosten bei Rohstoffen, Energie und Transport müssten Kunden mit weiter steigenden Stahlpreisen um bis zu 20 % rechnen. Betroffen seien besonders Branchen wie Automobilbau, Anlagenbau, Haushaltsgeräte- und Verpackungsindustrie.

Wie seine Mitbewerber konnte Arcelor vom weltweiten Stahlboom profitieren. Wachstumsmärkte mit anhaltend starker Nachfrage sind demnach weiterhin China, Brasilien und Südeuropa, Russland und Indien. In Südamerika sieht der Stahlriese besonders gute Entwicklungsmöglichkeiten. Hier sollen die Aktivitäten 2005 in einer Gesellschaft gebündelt werden und an die brasilianische Börse gebracht werden. Der Gewinn von Arcelor vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich im 3. Quartal von 169 auf 835 Mill. €. Der Umsatz kletterte von 5,87 auf 7,15 Mrd. €. Mit den Ergebnissen übertraf Arcelor die Erwartungen der Analysten.

Das Plus bei Umsatz und Gewinn führte Arcelor weniger auf die Preissteigerungen als auf Kosteneinsparungen in einzelnen Unternehmensbereichen - wie etwa im Einkauf - zurück. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die Verschuldung von Arcelor per 30. September um mehr als 1 Milliarde Euro auf rund 2,4 Mrd. reduziert worden sei. Die Kostensenkungsprogramme und die Konzentration auf Kernbereiche sollten fortgesetzt werden.

Seine Führungsposition dem Weltstahlmarkt wird Arcelor im nächsten Jahr an die neue Mittal Steel Company abgeben. Der neue Konzern soll aus einer transatlantischen Dreier-Stahlfusion entstehen und mit 165 000 Mitarbeitern und einer Jahresproduktion von 70 Mill. Tonnen Stahl auf einen Jahresumsatz von 31,5 Mrd. Dollar (24,6 Mrd Euro) kommen. Der bisherige Branchenführer hatte bis Ende 2003 rund 98 000 Mitarbeiter mit einer Jahresproduktion von etwa 40 Mill. Tonnen Stahl und einem Umsatz von knapp 26 Mrd. €.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%