China stützt Europas Autobauer
Mit den Flügeln des Drachen

Europas angeschlagene Autobauer hoffen auf Rettung aus China. PSA Peugeot Citroën wirbt um einen Investor aus Fernost, Renault startet ein neues Gemeinschaftsunternehmen. Doch welches Interesse haben die neuen Partner?
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DüsseldorfDrachen spielen in der europäischen Mythologie traditionell eine zweifelhafte Rolle. Meist sind sie angsteinflößende Monster, alles verschlingend, schwer zu bezwingen. Lange eilte den chinesischen Autoherstellern in Europa ein ähnlicher Ruf voraus.

Nun könnten sich ausgerechnet die Chinesen als Retter in der Not entpuppen. Denn in der Absatzkrise geht einigen europäischen Autoherstellern das Geld aus. Europas zweitgrößter Autobauer PSA Peugeot Citroën funkte zuletzt SOS. 2012 ist der Umsatz der Franzosen um 3,1 Milliarden Euro auf 55,4 Milliarden Euro eingebrochen, der weltweite Autoabsatz ging von rund 3,1 auf 2,82 Millionen Stück zurück. Trotz rigider Sparprogramme neigen sich die Reserven langsam dem Ende zu.

Darum wird der Hilferuf der Franzosen lauter. PSA soll zuletzt mit dem chinesischen Autokonzern Dongfeng („Ostwind“) über ein Investment verhandelt haben. PSA-Verwaltungsrat-Chef Thierry Peugeot setze „große Hoffnungen“ in den neuen Investor, berichtete die chinesische Zeitung „21st Century Business Herald“. Beide Seiten stünden seit einiger Zeit in Kontakt miteinander, die Gespräche seien aber „sehr komplex“. Ein chinesischer Investor würde noch ein zweites Problem der Franzosen lösen: Bisher fährt PSA im Wachstumsmarkt China nämlich noch hinterher.

Darum hatten die Franzosen ihre Aktivitäten in China zuletzt massiv ausgebaut. Mit Fahrzeugen wie dem SUV Wild Rubis von Citroën entwickelt auch die Designabteilung mittlerweile komplett eigenständige Fahrzeuge für den chinesischen Markt. Die Strategie scheint aufzugehen: Im ersten Halbjahr 2013 konnte PSA den Absatz um 33 Prozent steigern, obwohl der Gesamtmarkt nur um zwölf Prozent zulegen konnte. In absoluten Zahlen hinkt PSA damit aber immer noch hinterher. Zum Vergleich: Während die Franzosen in China 142.000 Fahrzeuge verkaufen, kommt VW auf 598.000.

Für Dongfeng wäre PSA nicht der einzige französische Partner. Bis Ende des Monats will auch Renault eine milliardenschwere Partnerschaft mit den Chinesen besiegeln. Elf Milliarden Yuan (rund 1,38 Milliarden Euro) sollen in ein Gemeinschaftsunternehmen fließen, das an der Börse in Hongkong gehandelt werden soll. Mit den Flügeln des Drachen wollen die Franzosen zu neuen Höhenflügen ansetzen. Bereits im Mai hatten die beiden Unternehmen grünes Licht für ein neues Werk mit einer Kapazität von 150.000 Autos pro Jahr erhalten. An der Pariser Börse beflügelten die Spekulationen den Kurs der Renault-Papiere.

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  • Das die Übernahme von europäischen Marken durch die Chinesen nicht immer von Erfolg gekrönt wird kann man gut am Beispiel von Saab sehen. In China läuft die Produktion, jedoch in Europa wären diese Fz. unverkäuflich. Jetzt wird ein Neustart in Trollhättan mit einem modifiziertem 9-3 gestartet. Das kommt eigentlich zu spät, da das Händlernetz in Europa kaum noch vorhanden ist. Der ursprüngliche Traum vom rein elektrischen Saab wurde erst mal zurückgestellt. Es werden wohl erst mal wieder konventionelle Antriebe kommen was auch richtig ist. Jedoch werden die geringen Stückzahlen auch in Zukunft in diesem Segment das Problem bleiben. Hinzu kommt der erlittene Imageschaden aus der Vergangenheit. Die meisten Saab Fahrer haben sich mittlerweile umorientiert wie auch die Händler.

  • Es ist schon länger absehbar , das die Chinesen mit Ihren
    eigenen Marken mittel bis lanffristig die europäischen Marken
    durch intelligentes Managment und Kapitalstärke und nicht zu-
    letzt durch staatliche Hilfe beiseite drängen werden .Die
    Solarindustrie sollte eigentlich Warnung genug sein .

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