China und die E-Autos: Bis 2018 rund 700.000 E-Autos oder Hybride auf Chinas Straßen

China und die E-Autos
Das große Zittern vor der Quote

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Bis 2018 rund 700.000 E-Autos oder Hybride auf Chinas Straßen

Nach seinen Berechnungen müssten 2018 rund 700.000 E-Autos und Hybride in China verkauft werden, um das Ziel zu erfüllen. „Das ist machbar. Einige Hersteller werden profitieren, andere werden leiden. Aber die Branche als Ganzes wird die Marke erreichen“, prognostizierte Cui. Das Fachmagazin „Bitauto“ schrieb hingegen unter Berufung auf Insider, Peking könne die neuen Regeln zwar formell 2018 einführen, würde jedoch keine Strafen gegen Firmen anwenden, die hinter den Vorgaben zurückblieben.

Klar ist: Egal ob die Quote in der ursprünglichen Fassung oder in einer entschärften Variante kommt, einige Autobauer werden profitieren, andere in Schwierigkeiten geraten. „Nur wenige Firmen werden die Ziele erfüllen können“, sagte Zhong Shi, Chefredakteur des Fachmagazins „Autor“. „Die deutschen Hersteller hängen weit zurück. Sie werden chinesischen Anbietern wie BYD Punkte abkaufen müssen. Das hilft Chinas Autobauern und erhöht die Kosten für die Deutschen“, hob Zhong hervor.

Die deutschen Autohersteller treffen die Regeln an einer empfindlichen Stelle. Denn bei Elektromobilität fahren sie ihren chinesischen Konkurrenten weit hinterher. Sie hatten das Thema über Jahre unterschätzt. Doch auch die Regierung in Peking mischt sich ein. „Internationale Autofirmen bekommen meist keine oder nicht die vollen Zuschüsse“, sagte Wübbeke. Deutschlands Autobauer seien benachteiligt.

Noch ist nicht gesagt, dass der jüngste Entwurf der Verordnung tatsächlich verabschiedet wird. Der deutsche Botschafter in China, Michael Clauss, sagte der Agentur Reuters, es gebe möglicherweise ein Missverständnis zwischen der politischen Führung und den Beamten, die den Entwurf ausarbeiten. Offiziell räumt Peking bis zum 27. Juni die Möglichkeit ein, noch Änderungswünsche einzureichen. Das lässt Berlin nicht viel Zeit.

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Stephan Scheuer ist China-Korrespondent des Handelsblatts. Quelle: Mirela Hadzic für Handelsblatt
Stephan Scheuer
Handelsblatt / Korrespondent China

Kommentare zu " China und die E-Autos: Das große Zittern vor der Quote"

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  • Es mag natürlich auf Seiten der Chinesen industriepolitisches Kalkül dahinterstecken, aber: Ich finde es unerträglich, wenn Herr Gabriel und Frau Merkel die Verzögerungsstrategie der deutschen Autobauer umsetzen und die chineische Regierung an zukunftsorientierten Massnahmen hindern, die beispielsweise der Lufreinhaltung der dortigen smoggeplagten Grossstädte dienen.

  • Chapeau!, da bringen die Chinesen den deutschen Managerdilettanten und Politikern wenigstens den Respekt und Wertschätzung entgegen, die sie verdienen. Aber in Sonntagsreden immer mit den Fingern auf die angeblichen chinesischen Umweltfrefler zeigen, und wenn sie was dagegen tun, ist es auch nicht recht

  • HB : "Denn bei Elektromobilität fahren sie (deutsche Autobauer) ihren chinesischen Konkurrenten weit hinterher. Sie hatten das Thema über Jahre unterschätzt."
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    Nicht nur bei E-Autos fahren deutsche Unternehmen ihren chinesischen Konkurrenten weit hinterher, weil sie die Chinesen über Jahre unterschätzt haben.

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