China
Vollgas für die Superreichen

Im Herzen Pekings haben etliche edle Sportwagenhersteller Verkaufsräume eröffnet. Ferrari ist schon länger da - und bei den Chinesen sehr beliebt. Allerdings haben sich die Ferrari-Träume im Reich der Millionäre bisher noch nicht so recht erfüllt. Doch die italienischen Edelmarken sind sich in einem Punkt einig: China ist die Zukunft.
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PEKING. Stau ist in Peking Alltag. Doch auf der Jinbao-Straße bremsen seit kurzem flotte Flitzer den Verkehr. Hier, im Herzen Pekings, haben etliche edle Sportwagenhersteller Verkaufsräume eröffnet, zuletzt auch Lamborghini. Und seit die flachen Supersportwagen am Straßenrand parken, bremsen Taxi- und Busfahrer ab, um einen Blick auf den aufgemotzten Traum aus Italien zu erhaschen.

Zwei Etagen, 700 Quadratmeter - Lamborghini will in Peking sichtbar sein. "Mit seiner dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung hat China die Aufmerksamkeit der gesamten Welt gefunden", hat Stephan Winkelmann, Chef von Automobili Lamborghini SpA, zur Eröffnung erklärt.

Seine Firma hat das große Reich allerdings relativ spät entdeckt. Ferrari ist schon länger da - und bereits beliebt. Im Oktober erst haben die Italiener aus Maranello eine Sonderedition exklusiv für den chinesischen Markt vorgestellt - das kommt an.

Allerdings haben sich die Ferrari-Träume im Reich der Millionäre bisher auch nicht so recht erfüllt. Nachdem der erste Wagen 1993 nach China kam, wurden in den Folgejahren jeweils nur rund fünf Fahrzeuge verkauft. Erst ab der Jahrtausendwende zogen die Verkäufe an. 2008 wurden über 200 Ferraris und Maseratis in China ausgeliefert - Lamborghini fährt da mit 72 Verkäufen noch deutlich hinterher.

Und die Luxusklasse spürt die Flaute. "Auch in China ist in der Krise viel Geld verbrannt worden", sagt Lamborghini-Chef Winkelmann. Dennoch legten die Verkäufe seiner Marke während der ersten zehn Monate um 23,1 Prozent zu. Bis Jahresende sollen 80 Lamborghini ausgeliefert werden - ein Rekord. Dazu kommen noch 40 Autos in Hongkong.

Die italienischen Edelmarken sind sich in einem Punkt einig: China ist die Zukunft. Ferrari setzt nicht allein auf Showrooms am besten Platz. Die Lackierung des exklusiven China-Modells wurde von einem chinesischen Künstler nach dem Vorbild 800 Jahre alten Porzelllans aus der Song-Dynastie gestaltet. Die "rollende Vase" mit 620 PS Auto wurde Anfang November für 1,2 Mio. Euro von einem Autofan aus Schanghai ersteigert.

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