Chinesischer Autobauer Geely interessiert sich für Daimlers Batterie-Technologie

Der Autobauer Geely hat sich offenbar bei Daimler eingekauft. Die Chinesen lockt vor allem die Batterie-Technologie des Dax-Konzerns.
Update: 06.02.2018 - 18:00 Uhr 3 Kommentare
Daimler: Geely interessiert sich für Batterie-Technologie Quelle: dpa
Elektroauto-Studie EQ von Mercedes

Geely will offenbar ein Gemeinschaftsunternehmen mit Daimler gründen.

(Foto: dpa)

Frankfurt/DuisburgDer chinesische Autokonzern Geely ist laut einem Agenturbericht an der Batterie-Technologie von Daimler für Elektroautos interessiert. Geely wolle ein Gemeinschaftsunternehmen in Wuhan, der Hauptstadt der Provinz Hubei, gründen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen.

Wie das Handelsblatt bereits in der vergangenen Woche berichtete, hat Geely offenbar Aktien des Stuttgarter Autobauers erworben. Die Höhe des Anteils blieb zunächst unklar, er liegt aber wohl unter drei Prozent, da Beteiligungen nach den deutschen Kapitalmarktregeln ab dieser Schwelle bekanntgegeben werden müssen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche erklärte am Rande der Präsentation des neuen Sprinter in Duisburg gegenüber Reuters, er habe Geely-Chef Li Shu Fu mindestens seit einem Jahr nicht mehr getroffen. Der Betriebsratschef des Autokonzerns, Michael Brecht, erklärte, Geely habe als Eigner von Volvo bisher keinen Anlass zu Beschwerden seitens der Arbeitnehmervertreter in Schweden gegeben. Brecht sagte, er sei mit den Volvo-Betriebsräten regelmäßig in Kontakt. „Ich kann aus heutiger Sicht nicht sagen, ob Geely ein schlechter Aktionär wäre. Bei Volvo gibt es im Moment keine negative Diskussion“, sagte er in Stuttgart.

Das Interesse von Geely an den Schwaben hatte bereits im Herbst für Fantasie an der Börse gesorgt. Damals erfuhr Reuters von mehreren Insidern, dass der Stuttgarter Autokonzern milliardenschwere Avancen der chinesischen Volvo-Mutter abgewiesen hat. Die Asiaten hätten über eine Kapitalerhöhung mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent einsteigen wollen. Daimler lehnte das den Insidern zufolge ab, teilte den Chinesen jedoch mit, dass sie Aktien an der Börse kaufen könnten.

Nun habe sich Geely zu diesem Schritt entschlossen, sagten die Insider. Geely wolle damit die Ernsthaftigkeit seiner Pläne untermauern und Daimler zeigen, dass man nicht aufgebe, sagte eine der Personen. Ein Sprecher des chinesischen Autokonzerns wollte sich dazu nicht äußern. Daimler erklärte lediglich, das Unternehmen begrüße das Interesse von langfristig orientierten Anteilseignern. Wesentliche Änderungen in der Aktionärsstruktur würden auf der Internetseite des Unternehmens veröffentlicht.

Einer der größten Eigner von Daimler ist seit langem das Emirat Kuwait. Die Daimler-Partner Renault und Nissan halten niedrigere Anteile. Das aktuell größte Aktienpaket hatte zuletzt der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock mit rund sechs Prozent gemeldet. Zu Geely gehört seit einigen Jahren die schwedische Automarke Volvo. Vor wenigen Wochen waren die Chinesen zudem beim schwedischen Lkw-Bauer Volvo eingestiegen.

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3 Kommentare zu "Chinesischer Autobauer: Geely interessiert sich für Daimlers Batterie-Technologie"

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  • Die Chinesen kaufen die Arbeitsplätze von morgen, wie gut daß es die Globalisierung gibt.
    3% vom Daimler sind auch 3% der Belegschaft die ab jetzt für China schuften. Ab wann ist Dummheit strafbar ?

  • Wie man mit einer Kapitalbeteiligung von unter 3 % auf die Technologie von Daimler zugreifen kann, erschließt sich mir nicht. Damit kann man nicht einmal einen Sitz im Aufsichtsrat ergattern. Es lebe die Zeitungsente.

  • Der chinesische Autobauer Geely kauft sich natürlich bei dem ein, bei dem sie die BESTE TECHNOLOGIE sehen! Das ist Daimler und NICHT Tesla!
    Tesla baut Autos und erzielt massive Verluste, Daimler baut schöne Autos und der zielt schöne Gewinne!
    Die Zinserhöhungen in USA werden TESLA die Refinanzierungsmöglichkeiten MASSIV erschweren! Daimler und fast alle europäische profitieren von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Schuldenquote, bzw hoher Liquidität!

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