Chinesischer Automarkt
VW bläst zum Angriff auf Toyota & Co

Der deutsche Autobauer Volkswagen will in Südchina den Absatz verdreifachen. Der Süden der Volksrepublik ist eine der großen Boomregionen des Landes. Dort will VW nun angreifen.
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PEKING. Volkswagen hat sich zum Ziel gesetzt, weltweit den Weltmarktführer Toyota in den kommenden Jahren vom Thron zu stoßen. Jetzt bläst Europas größter Autobauer in China - dem wichtigsten Absatzmarkt der Branche für die Zukunft - zum Frontalangriff auf die japanische Konkurrenz. Mit einer Modelloffensive soll in den kommenden Jahren die Dominanz von Toyota in Südchina beseitigt werden. Die Ziele sind mutig: Bis 2018 soll der Volkswagenverkauf in den wohlhabenden Provinzen Südchinas von 150 000 Stück auf mehr als eine halbe Million wachsen, kündigte VW-China-Chef Winfried Vahland auf der heute beginnenden Automesse im südchinesischen Guangzhou an.

In der Industrie-Region zwischen Hongkong und Schanghai, die in den vergangenen Jahrzehnten einen besonders starken Wirtschaftsboom erlebt hat, ist bislang vor allem eine Hochburg der japanische Autohersteller. Um das zu ändern, will Volkswagen nicht nur seine Verkäufe in der Küstenregion verdreifachen, sondern dort soll auch der VW-Marktanteil auf das landesweite Niveau gebracht werden, so Vahland. Das ist eine klare Kampfansage: Volkswagen ist seit Jahren in China Marktführer.

Mit den Hauptmarken VW, Skoda und Audi bläst der Wolfsburger Konzern nun zur Südchina-Offensive. In den kommenden zwei Jahren wird Volkswagen laut Vahland 20 neue Modelle auf den Markt bringen – vor allem in den Südenprovinzen Hainan, Guangzhou, Shenzhen, Zhejiang, Fujian und Guangxi. Damit dürfte der Hersteller sein China-Absatzziel schneller erreichen als geplant. Bislang gilt die Vorgabe, dass Volkswagen bis 2018 jährlich zwei Mio. Fahrzeuge in der Volksrepublik verkaufen will. Dieses Ziel werde nun bereits „deutlich früher“ erreicht, sagte Vahland zur Automesse.

Bereits in den ersten drei Quartalen hat der deutsche Hersteller mit einer Million Autos schon so viel Fahrzeuge verkauft wie im ganzen Vorjahr. In diesem Jahr dürfte Volkswagen rund 1,4 Mio. Autos in China verkaufen. Toyota konnte 2008 trotz eines Zuwachses um 17 Prozent in China lediglich 585 000 Fahrzeuge absetzen, dominiert aber vor allem die attraktive Südregion. Und wie auch Honda oder Nissan legen die China-Verkäufe der japanischen Hersteller ebenfalls momentan stark zu: Im Oktober verkaufte Toyota in der Volksrepublik 45 Prozent mehr Autos als vor einem Jahr.

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  • Das klingt, als würde Toyota die nächsten Jahre gar nichts mehr machen und passiv VW den Markt überlassen.
    Es ist aber wohl fest davon auszugehen, dass Toyota entweder wieder neu vorlegen oder geballt kontern wird.

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