Chinesischer Stahlriese plant Börsengang
Baosteel strebt an die Weltspitze

Nach Indien und Russland fordert ein weiteres Schwellenland die Stahlkonzerne in den USA und Europa heraus: Um seine gigantischen Expansionspläne zu finanzieren, plant Chinas größter Stahlkonzern, Baosteel, mittelfristig einen internationalen Börsengang. Das sagte Konzernchefin Xie Qihua dem Handelsblatt.

PEKING. „Es ist unser Ziel, den gesamten Konzern auch an internationalen Finanzplätzen zu listen“, sagte Xie Qihua, Chefin der Baosteel Group, im Interview mit dem Handelsblatt. Bislang ist das Firmenkonglomerat nur an der vergleichsweise unbedeutenden Festland-Börse in Schanghai notiert.

Baosteel ist erst 1998 aus dem Zusammenschluss etlicher Stahl- und Chemieunternehmen in Schanghai entstanden. Der Konzern ist aktuell der sechstgrößte Hersteller der Welt und der mit Abstand größte Produzent in China. Knapp 80 Prozent der Anteile gehören dem Staat.

Als Zeitpunkt für den Gang auf das internationale Börsenparkett deutete Chinas mächtigste Managerin das Jahr 2010 an. „Wir müssen den geeigneten Zeitpunkt abwarten“, so Xie. Spätestens 2010 wolle Baosteel aber „eine Weltklasse-Firma“ sein. Bis dahin soll nach Vorgabe der Regierung in Peking auch die Konsolidierung der heimischen Stahlbranche abgeschlossen sein. Zudem findet 2010 in Schanghai die Weltausstellung statt.

Die meisten international gelisteten chinesischen Firmen sind in Hongkong notiert, einige auch in New York.

In den vergangenen Monaten haben vor allem Chinas große Staatsbanken mit milliardenschweren Börsengängen in Hongkong auf sich aufmerksam gemacht. Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) hat jüngst mit einem Erlös von 22 Mrd. Dollar den bislang größten Börsengang der Welt hingelegt. Baosteel ist einer der profitabelsten Stahlkonzerne der Welt. Das Unternehmen soll künftig immer mehr Qualitätsstahl, wie ihn z.B. die Autoindustrie verlangt, liefern. Als weitere Zukunftsbranche nennt Xie den Pipeline-Bau. Durch die steigende Ölnachfrage seien hier große Mengen hochwertigen Stahls gefragt.

Für die geplante internationale Expansion benötigt Baosteel aber frisches Kapital und internationale Investoren. Das Unternehmen will seine aktuelle Produktion von 22,7 Mill. Tonnen Stahl (2005) bis zum Jahr 2010 verdoppeln. Um dies zu erreichen, sind laut der Konzernchefin auch Übernahmen geplant. Und das nicht nur im Inland.

„Natürlich werden wir zugreifen, wenn sich eine gute Chance auf dem internationalen Markt ergibt“, so Xie. Leider hätten aber viele Länder hohe Hürden für chinesische Angreifer aufgebaut. „Als chinesisches Unternehmen wird es immer schwierig bleiben, eine Stahlfirma im Ausland zu übernehmen.“ Allerdings dürfen auch Ausländer bislang in China keine Mehrheit an Unternehmen dieser „strategischen“ Branche erwerben, was wiederum von internationalen Konzernen kritisiert wird. Vor allem Weltmarktführer Arcelor Mittal hat wiederholt eine Abschaffung der entsprechenden Regeln verlangt.

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