Chinesisches und indisches Unternehmen buhlen um Petro Kazakhstan
Bieterstreit um kanadischen Ölkonzern wird schärfer

Nach der gescheiterten Übernahme des US-Ölförderers Unocal durch den Ölkonzern CNOOC greift offenbar wieder eine staatliche chinesische Ölfirma nach einem westlichen Unternehmen. Die im kanadischen Calgary beheimatete Förderfirma Petro Kazakhstan bestätigte, mehrere Kaufangebote erhalten zu haben. Beobachter gehen davon aus, dass auch der größte chinesische Ölkonzern, CNPC, unter den Bietern ist.

HB/tom DÜSSELDORF. CNPC stößt dabei auf einen ebenfalls staatlichen asiatischen Wettbewerber: Der größte indische Ölkonzern ONGC will gemeinsam mit dem Stahl-Mogul Lakshmi Mittal bei Petro Kazakhstan zum Zuge kommen. Das bestätigte ONGC-Chef Subir Raha am Dienstag. Mittal verfügt über gute Kontakte in Kasachstan, weil er dort groß in die Stahlproduktion eingestiegen ist.

Die umworbene kanadische Firma, die sich auf das ölreiche Kasachstan spezialisiert hat, produziert 150 000 Barrel pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Litern) und betreibt eine Raffinerie in dem zentralasiatischen Land. Der Börsenwert des Unternehmens liegt bei 3,3 Mrd. Dollar.

Sowohl chinesische als auch indische Ölkonzerne versuchen derzeit, international zu expandieren, um ihre nach Energie dürstenden Heimatmärkte zu versorgen und die eigenen Öl-Reserven aufzufrischen. Mit ihren Bemühungen haben sie bisher aber am ehesten bei staatlichen Partnern Erfolg: wie der chinesische Konzern Sinopec, der jetzt mit dem indonesischen Staatskonzern Pertamina eine Absichterklärung geschlossen hat. Demnach baut Sinopec für 2,5 Mrd. Dollar auf der Insel Java eine Raffinerie und bekommt dafür Zugang zur indonesischen Öl- und Gas-Produktion. Im Wettbewerb um den Einstieg bei privaten Firmen ziehen die asiatischen Staatskonzern noch oft den Kürzeren. Als Gründe gelten mangelndes Management-Know-how oder – wie im Fall von Unocal – politische Widerstände.

Bei Petro Kazakhstan hat CNPC gute Karten: Die kanadische Politik hat sich bisher nicht gegen Übernahmen im Energiesektor durch staatliche chinesische Firmen gestemmt. CNPC betreibt zudem mit dem staatlichen kasachischen Ölkonzern KMG eine Pipeline, die bis zur chinesischen Grenze reicht und 2006 fertig sein soll. Das Rohöl aus den Feldern von Petro Kazakhstan würde sich in den chinesischen Raffinerien verarbeiten lassen, die an der neuen Pipeline hängen.

In das Rennen um die kanadische Firma könnte aber noch ein politisch bestens verdrahtetes Unternehmen einsteigen, vermutet der Branchendienst „Energy Intelligence“: der russische Ölkonzern Lukoil.

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