Chip-Industrie
Infineon tut sich schwer mit Staatsbürgschaft

Das Geschäft des Chipherstellers Infineon läuft deutlich besser als zu Jahresanfang. Doch ob der zweitgrößte Halbleiterhersteller Europas eine Staatsbürgschaft bekommt, ist völlig offen.

BERLIN/MÜNCHEN. Um 540 Mio. Euro bemüht sich der verlustreiche Konzern derzeit in Berlin. Das Geld soll dem Unternehmen dabei helfen, Kredite bei seinen Banken zu bekommen.

Infineon steht enorm unter Druck, denn bis Sommer 2010 muss der Konzern Anleihen im Wert von knapp 600 Mio. Euro zurückzahlen. Experten gehen davon aus, dass sich Infineon kaum am Kapitalmarkt finanzieren kann. Der Grund: Der Konzern hat erst kürzlich eine Wandelanleihe über 180 Mio. Euro platziert hat. Eine Kapitalerhöhung ist wegen des niedrigen Aktienkurses schwierig durchzusetzen. Deshalb bleibt Infineon nur die Möglichkeit, sich um Darlehen der Banken zu bemühen.

In einem Interview gab Konzernchef Peter Bauer allerdings jüngst zu, dass dem Unternehmen langjährige, vertrauenswürdige Kreditbeziehungen zu den Instituten fehlten. Infineon habe sich wie die ganze Chipbranche bislang vorwiegend am Kapitalmarkt finanziert. Das erschwere die Verhandlungen. Die verzwickte Lage ist der Grund, warum eine Staatsbürgschaft für die Firma so hilfreich wäre. Ein Infineon-Sprecher lehnte gestern jeglichen Kommentar zum Thema Staatshilfe ab.

Der für staatliche Bürgschaften zuständige Ausschuss wird am kommenden Montag in Berlin erneut über den Antrag von Infineon beraten, wie das Handelsblatt aus informierten Kreisen erfuhr. Infineon hat hohe Hürden zu überwinden, denn grundsätzlich ist das Geld für Unternehmen reserviert, die den Kapitalmarkt nicht anzapfen können. Allerdings hat sich das Gremium im Fall der börsennotierten Heidelberger Druckmaschinen in dieser Frage bereits einmal flexibel gezeigt.

Seite 1:

Infineon tut sich schwer mit Staatsbürgschaft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%