Chiphersteller
Infineon sieht sich durch Energiewende benachteiligt

Die heimische Industrie dürfe durch den Ausbau erneuerbarer Energien nicht über Gebühr benachteiligt werden, findet Infineon-Chef Reinhard Ploss. In Österreich wäre seine Energierechnung um 25 Millionen Euro niedriger.
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MünchenInfineon-Chef Reinhard Ploss hat den Aktionären ein gutes Geschäftsjahr in Aussicht gestellt. „Die Nachfrage in unseren Märkten nimmt zu und wir können liefern“, sagte Ploss am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Chipherstellers in München. „Im laufenden Geschäftsjahr erwarten wir ein deutliches Plus bei Umsatz und Ergebnis - also nachhaltiges profitables Wachstum.“ Aktionärsvertreter lobten die großen Fortschritte des Unternehmens in den vergangenen Jahren, verlangten aber auch Klarheit darüber, wie die große Barschaft des Konzerns von zuletzt rund zwei Milliarden Euro verwendet werden soll.

„Wenn wir uns daran erinnern, wo Infineon herkommt und was wir schon alles erlebt haben bei Infineon, dann sieht man schon eine sehr deutliche Verbesserung“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und ergänzte: „Von meiner Seite eine klare Erklärung: Sie haben gut gearbeitet.“

Mit Blick auf den Barbestand fragte Bergdolt nach möglichen Zukäufen. „Wir wollen nicht, dass Sie auf Teufel komm raus alles kaufen, was rumsteht und rumliegt“, sagte die Aktionärsschützerin. Das Unternehmen sollte aber auch nicht überkapitalisiert sein und seine Barschaft dann lieber an die Aktionäre ausschütten, schlug sie vor.

Der Chiphersteller profitiert derzeit vor allem von guten Geschäften mit der Automobilindustrie, die Fertigung ist gut ausgelastet. „Neben Mobilität erweisen sich auch unsere beiden weiteren Fokusthemen Energieeffizienz und Sicherheit als Wachstumstreiber“, sagte Ploss.

Die Prognose für das am 30. September endende Geschäftsjahr bekräftigte der Infineon-Chef: Der Umsatz von zuletzt 3,8 Milliarden Euro soll zwischen 7 und 11 Prozent zulegen und das operative Ergebnis noch deutlicher. Um weiteres Wachstum zu ermöglichen, will das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr etwa 650 Millionen Euro in neue Maschinen und Gebäude stecken. Ein Großteil der Investitionen soll in die deutschen Standorte fließen und dem Ausbau der Fertigungskapazität und Innovationskraft des Unternehmens dienen, wie Ploss sagte.

Der Infineon-Chef mahnte zugleich bessere industriepolitische Rahmenbedingungen an. „Investieren muss sich rentieren. Diese unternehmerische Grundregel gilt besonders für die Halbleiterindustrie, die mit teuren Anlagen und langfristigen Entscheidungen auf ein investitionsfreudiges Klima angewiesen ist.“ So verwies Ploss auf hohe staatliche Fördersummen etwa für die chinesische Halbleiterindustrie. „Deutschland und Europa müssen sich anstrengen, weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Ploss beklagte auch Belastungen durch die Energiewende gerade für Hochtechnologie-Firmen. „Diese Unternehmen bilden aber das Rückgrat für eine nachhaltige, in die Zukunft gerichtete Wirtschaft“, sagte der Infineon-Chef.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Chiphersteller: Infineon sieht sich durch Energiewende benachteiligt"

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  • Wenn man einfach jeden von den Abgaben entlastet, wer bleibt dann noch übrig um für die gigantischen Kosten der Energiewende aufzukommen? Margaret Thatcher hatte gewarnt, daß dem Sozialismus früher oder später das "Geld anderer Leute" ausgehen würde. Scheint so, als wären wir an dem Punkt angelangt.

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