Chipkartenkonzern
Giesecke & Devrient mit Gewinneinbruch

Der Gewinn des Gelddruck- und Chipkartenkonzerns Giesecke & Devrient ist im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 52 Millionen Euro abgestürzt. Grund sind starke Preiserhöhungen für Baumwolle und weniger Aufträge.
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MünchenDer Gelddruck- und Chipkartenkonzern Giesecke & Devrient hat im vergangenen Jahr einen weiteren Gewinneinbruch verkraften müssen. Starke Preiserhöhungen für den Banknoten-Rohstoff Baumwolle, weniger Aufträge zum Banknotendruck und weniger Aufträge für Zahlungsverkehrskarten ließen den Gewinn um 30 Prozent auf 52 Millionen Euro abstürzen. „Wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Karsten Ottenberg, am Dienstag in München. Das laufende Jahr werde aber besser werden. Die Kosten für den Rohstoff, auf den die meisten Geldscheine gedruckt werden, hätten sich im vergangenen Jahr verdoppelt, klagte der Manager. Die Aufstände im arabischen Raum hätten zudem Bestellungen verzögert.

Die Ergebnisentwicklung trifft auch Alleineigentümerin Verena von Mitschke-Collande. Erstmals seit Jahren verzichtet sie auf eine Dividende, im Vorjahr hatte sie noch 13 Millionen Euro kassiert. Dennoch will sie keine Anteile abgeben. Es sei nicht geplant, andere Eigenkapitalgeber an Bord zu holen, sagte der G&D-Chef.

Ottenberg zufolge soll der Gewinnrückgang ein Ausrutscher bleiben. Die Nachfrage nach Geldscheinen, Zahlungskarten und Sicherheitstechnik sei seit dem Weihnachtsquartal deutlich gestiegen, die Auftragsbücher der Traditionsfirma voll, so dass für 2012 wieder mit einem Plus zu rechnen sei. Der operative Gewinn (Ebit) soll wieder über 100 (Vorjahr: 92,3) Millionen Euro liegen.

Seit Jahresanfang habe das Unternehmen wichtige Aufträge und Partnerschaften abgeschlossen. Von besonders großer Tragweite sei das Gemeinschaftsunternehmen mit ARM und Gemalto zum Aufbau einer standardisierten Sicherheitsplattform für Smartphones. Die Banknotendruckereien seien wieder besser ausgelastet, und der Baumwollpreis sinke. Der Umsatz werde nach dem Rückgang um drei Prozent auf 1,64 Milliarden Euro im vergangenen Jahr wieder zulegen auf 1,7 Milliarden Euro, und das Betriebsergebnis (Ebit), das von 131 auf 92 Millionen Euro eingebrochen war, werde wieder deutlich über 100 Millionen Euro liegen, sagte Ottenberg.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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