Chodorkowski
Milliardär im Hungerstreik

Der inhaftierte russische Unternehmer und Kreml- Kritiker Michail Chodorkowski ist aus Protest gegen die Einzelhaft seines Kompagnons Platon Lebedjew in einen Hungerstreik getreten.

HB MOSKAU. Das teilte Chodorkowskis Anwalt Anton Drel am Dienstag in Moskau mit. Die beiden Ex-Spitzenmanager und Anteilseigner des Ölkonzerns Yukos sind wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil in dem umstrittenen Verfahren ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Die russische Justiz verschärfte in den vergangenen Tagen die Haftbedingungen für beide. Chodorkowski wurde in eine Zelle mit mehr als einem Dutzend Häftlinge verlegt. Der nach Angaben seiner Anwälte kranke Lebedjew wurde für eine Woche in Isolationshaft verlegt, weil er den Hofgang verweigerte. „Sie haben meinen Freund in den Karzer geworfen, um sich an mir für meine Artikel und Interviews zu rächen“, ließ Chodorkowski über seine Verteidiger erklären. Er hatte aus dem Gefängnis heraus erneut Präsident Wladimir Putin kritisiert.

Der Ex-Milliardär Lebedjew muss nach Berichten seiner Anwältin Jelena Lipzer in einer nur drei Quadratmeter großen Zelle ausharren. Das Bett werde nur von 22.00 Uhr bis 06.00 heruntergeklappt. „Die übrige Zeit muss der Gefangene entweder stehen oder hocken“, sagte Lipzer.

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