Christ Capital
Banker kauft Büromöbelhersteller

Europas größter Büromöbelhersteller, die niederländische Samas Groep, verkauft ihr 179 Mio. Euro Umsatz umfassendes Deutschland-Geschäft an den Finanzinvestor Innovation Change, der zur Berliner Christ Capital AG gehört. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des in Houten bei Utrecht beheimateten niederländischen Unternehmens.

DÜSSELDORF. Die Niederländer, zu denen so traditionsreiche deutsche Büromöbel-Marken wie Martin Stoll, Schärf, Fortschritt und Drabert gehören, erzielten im letzten Geschäftsjahr (31.3.2009) einen Umsatz von 253 Mill. Euro und erwirtschafteten dabei einen Verlust von 78 Mio. Euro. Bereits im Vorjahr stand unterm Strich ein dickes Minus von 38,5 Mio. Euro.

Nach dem Scheitern eines umfassenden Projektes zur Integration der zahlreichen, in den 90er Jahren vielfach wahllos zusammengekauften Firmen unter dem Dach der Samas-Holding, hatte die Generalversammlung des Konzerns Mitte Juni den Verkauf der deutschen Samas-Tochter beschlossen.

Zur Wormser Samas Gmbh & Co KG mit insgesamt rund 1000 Mitarbeitern an den Standorten Worms (Rheinland-Pfalz), Minden (Nordrhein-Westfalen) und Trebbin (Brandenburg) gehört auch noch ein umfangreiches Osteuropa-Geschäft mit Büromöbeln. Die Samas Groep verliert damit nach dem Verkauf des Benelux-, Frankreich- und Schweiz-Geschäftes ihre letzte nennenswerte Beteiligung. Ein Verkaufspreis wurde nicht genannt.

Hinter dem Käufer Christ Capital AG steht der in Worms geborene Unternehmer und SPD-Politiker Harald Christ. Der 37-Jährige ehemalige Generalbevollmächtigte der Weberbank und Ex-Schatzmeister der Hamburger SPD hatte Anfang Juni die Mehrheit der Anteile an der Reformhauskette Vitalia übernommen.

Der Samas-Coup erfolgt zu einer Zeit, in der auch die Büromöbelbranche von der Wirtschaftskrise nicht verschont bleibt. Bis Ende Mai verloren die deutschen Unternehmen fast 25 Prozent ihres Umsatzes, wie der Branchenverband BSO dem Handelsblatt mitteilte.

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