Christoph Franz
Lufthansa-Chef sieht Wachstum im Japan-Sektor

Trotz der Natur- und Atomkatastrophe will die deutsche Lufthansa in ihrem Japan-Geschäft weiter wachsen. Vor allem das geplante Joint Venture mit Japans größter Fluggesellschaft soll mehr Kunden anziehen.
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TokioDie deutsche Lufthansa setzt trotz der Natur- und Atomkatastrophe vom 11. März auf ein Anziehen des Japan-Geschäfts. Die Maschinen auf den Routen von Japan nach Europa seien wieder ausgelastet, auch der große A380 auf der Frankfurt/Tokio-Linie sei gut gefüllt, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz gestern in Tokio. Bereits für den Winterflugplan erwarte man einen Zuwachs „von rund fünf Prozent“, betonte Franz.

Zudem soll  das geplante Joint Venture mit Japans größter Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA), das Anfang 2012 startbereit sei, mit dazu beitragen, mehr Kunden anzuziehen. Man sei sich handelseinig, nun müssten nur noch die Verträge unterschrieben werden. Man wolle aus „eins und eins Zweikommafünf machen“, so die werbewirksame Botschaft des Vorstandsvorsitzenden.

Dafür bedarf es jedoch auch eine Spur Optimismus. Die Zusammenarbeit steht vor großen Herausforderungen. Denn das erste gemeinsame Projekt, der für Anfang 2012 geplante Flug von ANAs neuen 787 „Dreamliner“ von Tokios Flughafen Haneda nach Frankfurt, dürfte der Allianz auf Dauer nur etwas bringen, wenn sie tatsächlich gemeinsam mehr Gäste anziehen kann – und Reisende nicht lediglich von Lufthansa auf ANA umsteigen. Gerade das aber könnte eventuell geschehen. Haneda gilt von den beiden Tokioter Flughäfen als der weitaus attraktivere, da er stadtnäher ist. Die Lufthansa landet bisher in Narita. Und der neue, kostensparende Dreamliner könnte ANA die Möglichkeit bieten, ihre Tickets günstig anzubieten.

Hinzu kommt, dass das Japan-Geschäft derzeit vor allem von „Verkäufen aus Japan heraus“ lebt, wie Franz zugeben muss. Aus Europa heraus seien noch „mentale Nachwirkungen“ der Katastrophe vom 11. März zu spüren. In Zahlen heißt das: wurde früher das Geschäft zu 50 Prozent aus Japan angetrieben, beruht es darauf jetzt zu 70 Prozent. Dabei gebe es überhaupt keinen Probleme, nach Tokio zu reisen, sagte Franz. „Tokio ist sicher.“ Daran zweifeln allerdings nicht nur viele europäische Kunden, sondern auch Mitarbeiter der Lufthansa selbst. Franz musste einräumen, dass es „immer noch den einen oder anderen gibt“, der Japan nicht anfliegen will.

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Lufthansa will mit ANA eine Kombination der Tickets ermöglichen

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