Chronik
„Im Himmel gestiftet“, auf Erden zerrüttet

Bei den Autokonzernen Daimler und Chrysler gab es gute Zeiten und schlechte Zeiten. Neun Jahre lang versuchten es die beiden Autobauer miteinander in einem transatlantischen Bündnis. Nun steht die nach Schrempps Meinung „im Himmel gestiftete“ Ehe vor dem Aus. Chronik einer gewöhnlichen Ehe.

HB BERLIN. Der US-Autobauer Chrysler und der deutsche Industriekonzern Daimler-Benz schlossen sich am 7. Mai 1998 zusammen. Die spektakuläre transatlantische Fusion war in knapp vier Monaten von Daimler-Benz-Chef Jürgen Schrempp und Chrysler-Boss Robert Eaton unter Dach und Fach gebracht worden. Neun Jahre später steht die nach Schrempps Meinung „im Himmel gestiftete“ Ehe vor dem Aus.

Der erneute Rutsch von Chrysler in die roten Zahlen und düstere Aussichten für den hart umkämpften US-Markt veranlassten Vorstand und Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler, alle Optionen zu prüfen, um die Zukunftschancen der Nobelmarke Mercedes-Benz und des Massenherstellers Chrysler zu verbessern. Damit machte die Konzernführung Mitte Februar den Weg für eine Trennung von Daimler und Chrysler frei.

7. Mai 1998: Die Chefs beider Unternehmen, Jürgen Schrempp (Daimler-Benz) und Robert Eaton (Chrysler), geben die Megafusion vor der Presse in London bekannt. Der Vertrag wurde am Vortag unterzeichnet. Der Kurs der Daimler-Benz-Aktie steigt an diesem Tag in der Spitze auf 108,95 Euro.

31. Juli 1998: Nach der EU-Kommission billigt auch die US-Kartellbehörde den Zusammenschluss.

18. September 1998: Die Aktionäre von Daimler stimmen mit über 99 Prozent zu, die Chrysler-Eigner mit mehr als 97 Prozent.



17. November 1998:

Die Daimler-Chrysler-Aktien werden weltweit erstmals an den Börsen gehandelt. In Frankfurt steigen die Papiere auf 72,48 Euro.

1999: Im seinem ersten vollen Geschäftsjahr erwirtschaftet DaimlerChrysler einen Betriebsgewinn von 10,3 Mrd. Euro. Rund die Hälfte davon stammt von der US-Tochter Chrysler, die eine operative Marge von sieben Prozent erzielt. 2,7 Mrd. Euro steuert Mercedes-Benz zum Ergebnis bei und liefert eine Rendite von 7,8 Prozent ab.

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