Chrysler-Chef Zetsche kritisiert Sturz des designierten Mercedes-Chefs
Fall Bernhard spaltet Daimler-Vorstand

Die Querelen im Vorstand des Daimler-Chrysler-Konzerns treten jetzt offen zu Tage. Dieter Zetsche, Mitglied des Konzernvorstands und Chef der US-Tochter Chrysler, kritisierte gestern den Sturz des Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglieds Wolfgang Bernhard: „Aus Chrysler-Sicht ist das sehr enttäuschend“, sagte Zetsche am Rande einer Veranstaltung des Daimler-Chrysler-Konzerns in Sindelfingen.

hz/zel SINDELFINGEN. Niemand bei der US-Sparte des Konzerns sei froh über diese Entwicklung. Zetsche bestätigte indirekt Informationen, denen zufolge der Chef der PKW-Sparte Mercedes, Jürgen Hubbert, den Sturz von Bernhard betrieben habe. Auf die Frage, wie es zu dem überraschenden Karriereende von Bernhard bei Daimler kam, antwortete Zetsche: „Fragen Sie Dr. Hubbert.“

Unternehmenskreise reagierten überrascht auf Zetsches Kritik an der Personalie. Seine Äußerungen seien „absolut ungewöhnlich“.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte am Donnerstag entschieden, Bernhard nicht zum Chef der PKW-Sparte Mercedes zu berufen. Bernhard, der das neue Amt zwei Tage später hätte antreten sollen, galt bis dahin als Ziehsohn von Konzernchef Jürgen Schrempp. Hubbert wird das Amt nun weiter ausüben. Der 43-jährige Bernhard hatte während der vergangenen drei Jahre als zweiter Mann bei Chrysler gemeinsam mit Zetsche an der Sanierung der US-Tochter gearbeitet. Er bleibt zwar vorerst im Daimler-Vorstand. Es gilt aber als sicher, dass er in den kommenden Monaten den Konzern verlässt.

Ein früheres Mitglied des Daimler-Vorstands sagte, neben Hubbert habe Schrempp die Demontage Bernhards betrieben, um seine eigene Karriere zu retten. Die Vorgehensweise des Vorstandschefs sei „unfassbar“. Durch den Streit im Vorstand sei eine ungeheure Unruhe im Unternehmen ausgelöst worden.

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