Chrysler-Deal
Opel für Fiat jetzt noch interessanter

Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer glaubt, dass Chrysler mit Fiat besser zusammenarbeiten kann als mit Daimler. Die Italiener dürften nun noch mehr Interesse an einem Einstieg bei Opel haben, glaubt der Beobachter. Fiat schiele dabei auf mehr als nur Autos.

HB HAMBURG. Dudenhöffer sieht gute Chancen, dass der Sanierungsplan gelingt. Er rechne damit, dass Chrysler das Insolvenzverfahren tatsächlich schnell verlassen kann, sagte Dudenhöffer der Deutschen Presse-Agentur dpa. Chrysler und Fiat passten gut zueinander: "In den USA können die Kapazitäten in der Produktion und bei Händlern mit Modellen von Fiat und Alfa Romeo ausgelastet werden. In Europa kann Fiat mehr Fahrzeuge bauen, weil sie im US-Markt angeboten werden können."

Fiat sei in einer grundsätzlich anderen Position als der ehemalige Chrysler-Mutterkonzern Daimler, der mit einer Sanierung des US-Autobauers gescheitert war. "Fiat und Chrysler sind auf Augenhöhe, bei der Technik und im Markt." Mit Daimler hätten die Amerikaner dagegen nicht zusammengepasst, weil die Synergien zwischen Premium- und Massengeschäft nur gering seien. "Es ist sehr schwer, Teile zu übernehmen." Beim Massenprodukt mache zum Beispiel ein teurer Motor den Preis kaputt. Und den Mercedes-Kunden habe man keinen Billig-Antrieb verkaufen können. "So haben Daimler und Chrysler auf unterschiedlichem Niveau gearbeitet und nie zueinander gefunden."

Zugleich ist Dudenhöffer überzeugt, dass Fiat durch seinen Einstieg bei Chrysler nun noch stärker am deutschen Hersteller Opel interessiert sei. "Fiat wird jetzt aggressiv die Opel-Linie verfolgen, um an die 3,3 Milliarden Euro Staatsgeld heranzukommen und den Chrysler-Deal abzufedern", sagte er. Die Bundesregierung müsse daher besonders sorgfältig prüfen, ob Fiat nicht übertriebene Zusagen mache, um den Zuschlag für Opel zu bekommen.

Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen, sieht im Autozulieferer Magna International den deutlich besseren Partner für Opel. Das österreichisch-kanadische Unternehmen sei vertrauenswürdig und hocheffizient und habe für Opel eine tragfähige Lösung. Mit der erwarteten Beteiligung russischer Magna-Partner wäre Opel unter anderem in einer besseren Position, um sich mit Russland einen Zukunftsmarkt zu erschließen.

Die jüngste Äußerung des Magna-Patriarchen Frank Stronach, der Zulieferer spreche nicht von einem Einstieg bei Opel, sieht Dudenhöffer gelassen. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass Magna nur einen relativ niedrigen Anteil an Opel übernehmen könne, allein schon wegen der Kundenbeziehungen zu anderen Herstellern. Es gehe hier vielmehr um eine "Koalition" mehrerer Partner.

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