Chrysler gibt mindestens fünf Werke auf
US-Autobranche droht massiver Stellenabbau

In der US-Autobranche könnten in den kommenden vier Jahren nochmals 50 000 Arbeitsplätze verloren gehen, so eine Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs, die am Dienstag in New York veröffentlicht wurde.

HB NEW YORK. Dabei verwies die Bank auf eine von den drei großen US-Herstellern General Motors, Ford und Chrysler sowie den Zulieferern Delphi und Visteon geschlossene Vereinbarung mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW). Diese erlaube die Schließung von zehn bis 13 Werken, schrieben die Autoren der Studie, Gary Lapidus und Keith Hayes.

Die Goldman-Sachs-Experten sahen in der radikalen Schließung von Standorten in den USA aber nicht die Lösung des eigentlichen Problems. Diese liege in einer weltweiten Überproduktion und deshalb zu niedrigen Preisen. General Motors, Ford und Chrysler wollten aber offenbar nicht ihr Angebot reduzieren, sondern lediglich rationalisieren: „Das ist besser als nichts, aber nicht unbedingt die Lösung“, hieß es in der Studie.

Chrysler hat bereits Schließungs-Pläne

Die US-Tochter von Daimler-Chrysler, Chrysler, wird sich einem Zeitungsbericht zufolge von mindestens fünf Werken in den Vereinigten Staaten trennen.

Das sei das Ergebnis des erzielten Tarifabschlusses mit der US-Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Insgesamt seien 4700 Mitarbeiter davon betroffen. Zwei der fünf Standorte, Detroit und Indianapolis, sollten ganz geschlossen werden. Weitere drei Werke, in Alabama, Syracuse und New Castle, wolle Chrysler verkaufen. Ein Zeitpunkt für die Trennung von den Standorten sei noch nicht bekannt.

Chrysler habe außerdem vier zusätzliche Werke auf eine sogenannte „Watchlist“ gesetzt, hieß es in dem Bericht. Diese Standorte müssten in den kommenden vier Jahren deutliche Profitabilitätsfortschritte machen, um den Verbleib im Konzern zu sichern. Dem Wackelkandidaten Ohio sei sogar eine noch kürzere Frist gesetzt worden.

Vor allem die Rabattschlacht auf dem Heimatmarkt machen Chrysler derzeit zu schaffen. Anfang September hatte Chrysler-Chef Dieter Zetsche etwaige Spekulationen über weitere Restrukturierungen und umfassenden Stellenabbau dementiert. Über die momentanen Anstrengungen Kosten einzusparen hinaus gebe es keine unerhörten Schritte, hatte Zetsche gesagt.

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