Chrysler leidet weiterhin unter der ruinösen Rabattschlacht in Nordamerika
Daimler-Konzern will seine US-Sparte gesundsparen

Wenn Daimler-Chrysler am Donnerstag seine enttäuschenden Zahlen für das zweite Quartal vorlegt, wird sich das Unternehmen in guter Gesellschaft befinden: Ford und GM mussten bereits einräumen, im Autogeschäft kaum noch etwas verdient zu haben. Die Stuttgarter selbst haben bereits Anfang Juni für die US-Sparte Chrysler für das zweite Quartal einen Verlust von 1 Mrd. Euro angekündigt.

ajo/hof STUTTGART/FRANKFURT. Auch von PSA (Peugeot/Citroën) und Renault, die ebenfalls am Donnerstag ihre Quartalszahlen präsentieren, sind für die Zeit zwischen April und Juni keine Ertragswunder zu erwarten. Beide Unternehmen leiden unter dem schwachen europäischen Markt und einer Rabattschlacht, die seit dem vergangenen Jahr auch auf dem alten Kontinent stattfindet.

Spannender als der Rückblick auf das erste Halbjahr wird bei Daimler-Chrysler der Blick nach vorne. Denn Finanzchef Manfred Gentz wird erläutern müssen, wie Chrysler das miserable Ergebnis in der zweiten Jahreshälfte ausgleichen und die Verluste bis zum Ende des Jahres egalisieren will. „Angesichts der Prognosen von General Motors und Ford ist dies ein anspruchsvolles Ziel“, urteilt Georg Stürzer, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank. Mit der Skepsis steht er nicht alleine. „Dahinter steht noch ein Fragezeichen“, meint Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler.

Traditionell ist das Autogeschäft in Nordamerika im zweiten Halbjahr schwächer. Das ursprüngliche Gewinnziel von Chrysler-Chef Dieter Zetsche – geplant war ein Betriebsergebnis von zwei Mrd. $ – steht nicht mehr zur Debatte. Die Aufgabe für Zetsche ist einfach zusammengefasst: Sparen und noch einmal Sparen. Der Chrysler-Chef hat bereits angekündigt, durch eine Vielzahl von Maßnahmen 1 Mrd. $ Kosten zusätzlich zu den bisherigen Planungen einsparen zu wollen.

Denn die Erlöse werden sich kaum steigern lassen. Am Markt kann sich Chrysler dem tobenden Rabattkrieg wohl kaum entziehen. Auf bis zu 4 000 $ je Fahrzeug summieren sich die Preisnachlässe von General Motors, Ford und Chrysler im Schnitt. Chrysler musste deswegen im zweiten Quartal erhebliche Wertberichtigungen auf Restwerte bei Leasingfahrzeugen vornehmen. Diese negativen Aspekte haben die bisherigen Sparerfolge zunichte gemacht. „Ich glaube nicht an ein kurzfristiges Endes des Rabattkrieges“, sagt Analyst Pieper skeptisch.

Kein Wunder also, dass das Thema Chrysler bei den Quartalszahlen erneut im Vordergrund stehen wird. Dabei schlägt sich die Mercedes-Benz-PKW-Sparte gemessen am Branchenumfeld weiterhin gut. Bei Nutzfahrzeugen ist nach den umfassenden Vorsorgemaßnahmen von Ende 2002 mit einer Erholung zu rechnen, und auch bei den Finanzdienstleistungen dürfte es eher eine positive Entwicklung geben.

Diese Sparte hellte schließlich auch das Ergebnis von General Motors und Ford auf. Aus den reinen Autoverkäufen konnten die beiden Unternehmen nur noch wenig Honig saugen: So sackte der Gewinn aus dem Autogeschäft bei General Motors im zweiten Quartal von 1,1 Mrd $ im Vorjahr auf nur noch 140 Mill. $ ab, Ford konnte nur noch einen optischen Ertrag von 3 Mill. $ zwischen April und Juni ausweisen.

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