Industrie
Chrysler: Werke geschlossen, Umsatz bricht ein

In den kanadischen Werken des US-Autobauers Chrysler wurde nach dem Insolvenzantrag die Produktion eingestellt. Gleichzeitig meldet das Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang im April und einen Umbau der Führungsriege. Trotzdem sind die Verlautbarungen optimistisch.

HB OTTAWA/NEW YORK/CHICAGO. Wie das Unternehmen am Freitag nach kanadischen Medienangaben mitteilte, gelte die Stilllegung der kanadischen Werke bis auf weiteres. Es seien rund 7 000 Arbeiter in den beiden Betriebsstätten betroffen. Chrysler hatte einen offiziellen Insolvenzantrag bei einem Gericht eingereicht und angekündigt, die Produktion zunächst großteils einzustellen. Sie soll erst nach Abschluss des Insolvenzverfahrens wieder das normale Niveau erreichen.

Chrysler-Chef Bob Nardelli wird dann zurücktreten. Vize-Chef Tom LaSorda kündigte in einer Unternehmensmitteilung vom Freitag seinen sofortigen Rückzug an. LaSorda gehörte Chrysler seit dem Jahr 2000 an. Zuvor war er bei General Motors beschäftigt und hatte in dieser Funktion eine Zeitlang auch die deutschen Opel-Werke geleitet. Der Vorstandsvorsitzende von Chrysler, Robert Nardelli, will ebenfalls aus dem Unternehmen ausscheiden, zunächst aber noch den Verlauf das Insolvenzverfahrens abwarten. Das Weiße Haus hatte betont, im Insolvenzverfahren werde es keine Werksschließungen und Entlassungen geben.

Die US-Gewerkschaft UAW soll wie angekündigt die Mehrheit an dem neuen Unternehmen Chrysler bekommen. Ihr Gesundheitsfonds VEBA werde nach Abschluss des Insolvenzverfahrens 55 Prozent halten. Die US- Regierung werde acht Prozent der Anteile übernehmen, Kanada für weitere Milliardenspritzen zwei Prozent. Der italienische Autoproduzent Fiat übernimmt zunächst 20 Prozent. Fiat dürfte erst eine Mehrheit an Chrysler übernehmen, wenn alle staatlichen Kredite zurückgezahlt sind.

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