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Cladribin: Merck muss Hoffnung auf wichtigstes Medikament begraben

Schwerer Rückschlag für Merck: Die europäische Behörde EMA hat sich erneut gegen die Zulassung von Cladribin ausgesprochen. Die Multiple-Sklerose-Tablette gilt als wichtigste Neuentwicklung für das Arzneimittelgeschäft des Darmstädter Pharmakonzerns. Merck bleibt nur noch eine Handlungsmöglichkeit.

Historische Medikamentenflasche von Merck. Quelle: dpa
Historische Medikamentenflasche von Merck. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Merck muss seine Hoffnungen auf eine Zulassung seines wichtigsten neuen Medikaments in Europa vorerst begraben. Das wissenschaftliche Beratergremium CHMP der europäischen Zulassungsbehörde EMA sprach sich erneut gegen die Marktzulassung der Multiple-Sklerose-Tablette Cladribin aus, wie der Pharma- und Chemiekonzern am Freitag mitteilte.

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Merck hatte gegen ein erstes negatives Votum des Gremiums im Dezember Einspruch eingelegt.

Man sei enttäuscht über das Votum und weiter von der Wirkung von Cladribin überzeugt, sagte der zuständige Merck-Manager Bernhard Kirschbaum. „Wir werden die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten prüfen, wie wir diese therapeutische Option zukünftig auch Patienten in Europa, die davon profitieren könnten, bereit stellen können.“

Merck sei zudem entschlossen, das laufende klinische Studienprogramm mit Cladribin-Tabletten zu Ende zu führen.

Gegen das aktuelle Votum des CHMP kann Merck keinen Einspruch mehr einlegen. Allerdings bestehe die Möglichkeit, nach den Ergebnissen von zwei noch laufenden Studien mit Cladribin erneut einen Zulassungsantrag einzureichen, sagte ein Firmensprecher. „Das wird aber frühestens 2012 geschehen.“

Auch an der Börse sorgte die Nachricht für Enttäuschung. Mit einem Abschlag von zwei Prozent waren die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns im frühen Geschäft von Lang & Schwarz der schwächste Wert im Dax.

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